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Freiheit statt Freizeit PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 28. April 2010 um 00:00 Uhr

Der NDR produzierte einen längeren Beitrag über das Bedingungslose Grundeinkommen. Hintergrund ist die gegenwärtige sogenannte Wirtschaftskrise, die angesichts der durch diese noch gesteigerten Arbeitslosigkeit zu einem grundsätzlichen Hinterfragen derzeit gültiger gesellschaftlicher Paradigmen wie der Lohnarbeit, und somit letztlich der traditionellen bürgerlich-liberalen Arbeitsgesellschaft. Zielsetzung der Fragestellung ist die Entwicklung und Gestaltung eines freien und sinnvollen Lebens, jenseits des gegenwärtigen von Seiten eines ökonomistischen Obrigkeitsstaates repressiv und autoritär etablierten und aufrecht erhaltenen Arbeitszwanges innerhalb kapitalistischer Produktions- und Verwertungsstrukturen.  

 

Magazin: Freiheit statt Freizeit - Abschied von der Arbeitsgesellschaft

Die Wirtschaftskrise hat das Problem der Arbeitslosigkeit noch verschärft und auf Kreise ausgeweitet, die bislang nicht so stark betroffen waren: Akademiker, Unternehmer oder auch die so genannten Kreativen.

Anlass für einen Betriebsausflug durch die Hintertür der traditionellen Arbeitsgesellschaft: die "Digitale Bohème" lobt ein "intelligentes Leben jenseits der Festanstellung"; renommierte Publizisten plädieren für ein würdevolles und freies "Leben in einer Welt ohne Arbeit"; Künstler engagieren sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen; und die Neurobiologie erklärt uns, warum man zu 'hirngerechter' also sinnstiftender Arbeit sowieso niemanden zwingen kann.

Nicht zuletzt entdeckt auch die Literatur das Sujet noch mal neu und wirft die Frage auf, wie man sein Leben - jenseits von Arbeit - sinnvoll gestalten kann.

Quelle: NDR Kultur


Der komplette Beitrag in Form von Videos auf YouTube:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der totalitäre Charakter der selbsternannten "Geldsystemkritiker"

Der Kampf gegen das Bedingungslose Grundeinkommen ist letztlich ein Kampf gegen das bedingungslose Recht auf Leben, und zwar menschenwürdig, "eigenwertig", selbstzweckhaft zu leben. Und ferner ist es ein Kampf gegen den Menschen, gegen die Freiheit, gegen die geistige und emotionale Autonomie des Individuums gegenüber herrschaftlichen Bestrebungen, also gegenüber autoritärer und elitärer Verfügungsgewalt, die den Menschen untertan machen will, indem sie ihn funktionalisiert und etikettiert und katalogisiert, ihn zu einem Verfügungs-, Verwaltungs- und Verwertungsobjekt macht.

Für den totalitären Charakter, also den durch und für Arbeit abgerichteten Untertanen in der liberalen Gesellschaft, ist eben dies, diese Verfügungsgewalt, und die auf ihr beruhende und sie legitimierende Herrschaftsordnung, das Paradies auf Erden. Es ist die Zwangsarbeitsgesellschaft, eben die liberale Gesellschaftsordnung, durch und durch dem liberalen Götzen Arbeit unterworfen. Diese Herrschaftsordnung und ihr Herrschaftsgötze legitimieren sich letztlich damit, dass sie sich zur unausweichlichen, unumkehrbaren, immer schon da gewesenen, absoluten Realität, zu metaphysischen Daseinskonstanten verklären.

Die tragende Rolle bei dieser ideologisch-propagandistischen Selbstlegitimation der Herrschaft durch Arbeit spielt der totalitäre Charakter, und im Besonderen der Geldsystemverschwörungsideologe. Dieser totalitäre Charakter ist buchstäblich menschliches "Massenprodukt" der totalitären Arbeitsgesellschaft. Er erfühlt und verwirklicht die Arbeit als Herrschaftsinstanz und Herrschaftssystem, und legitimiert sie als einzig wahre Wirklichkeit. Er bestätigt sich dieses totalitäre Zerrbild der Realität mithilfe seiner devot-masochistischen Charakterstruktur, die ihm Lustgewinn durch Leiden, durch Unterwerfung und Ohnmacht verschafft.

Wenn sich das totalitäre Realitätssurrogat des Arbeitsfetischisten dann verbal dissoziiert, so heißt es nur noch: "Man muss halt einfach arbeiten". Und: "Es gibt nichts außer Arbeit". Oft lässt gleich darauf die masochistische Garnitur dieses devoten Denkreflexes nicht lange auf sich warten. Besonders dann nicht, wenn es die Geldsystemverschwörungsideologie ist, der es primär ja nicht darum geht, Arbeit als solche zu rechtfertigen, sondern vielmehr den Lustgewinn an der Unabänderlichkeit des Ausgeliefertseins an die Arbeit. Welche dann nicht selten auch als Verantwortlichkeit eines bösen Leidensobjektes paranoidisiert werden kann.

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