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Weltmeisterschaft wird zum Rohrkrepierer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Dienstag, den 15. Juni 2010 um 00:00 Uhr
 
Die am Freitag begonnene FIFA-Weltmeisterschaft der männlichen Fußballprofis in Südafrika zeigt sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher als Rohrkrepierer, und darüber hinaus vor allem auch mehr als grandiose Propaganda-Inszenierung, denn ein tatsächliches südafrikanisches Fußballfest. Die ersten Gruppenspiele lassen es überwiegend noch an fußballerischer Qualität vermissen, ausgenommen das Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Noch viel schwerwiegender wiegt jedoch das vollständige Fehlen einer für den Fußball typischen und vor allem einer Weltmeisterschaft angemessenen und würdigen Stadion-Atmosphäre. Während der Fußball neben den spielerischen Elementen insbesondere auch von den Zuschauern und deren Interaktion mit Spielern und Spielgeschehen auf dem Spielfeld lebt, wird derzeit in den südafrikanischen Stadion jede authentische und leidenschaftliche Fußball- und Fan-Kultur durch den monotonen, autistischen Lärm einer chinesischen Plastiktröte zerstört.
 
Diese sogenannten "Vuvuzelas" bilden den nerv- und stimmungstötenden Klangteppich bei allen Spielen dieser Weltmeisterschaft. Sie zerstören nicht nur jeden Ansatz von Fußball-Atmosphäre, da der monotone Lärm nahezu alle Fangesänge und Stimmungsäußerungen in den Stadien überlagert, sondern behindern nach Spieleraussagen zuweilen auch ganz erheblich die für den Fußball notwendige Kommunikation zwischen den Spielern auf dem Feld oder auch zwischen Spielern und Trainerstab. Zudem sind auch die Fernsehübertragungen durch den eintönigen Trötenlärm bisweilen eine akustische Qual für die Zuschauer. Mediziner führen in der Zwischenzeit auch gesundheitsschädliche Auswirkungen der Vuvuzelas an, woraufhin diese bereits bei zahlreichen Public Viewing-Veranstaltungen in Deutschland verboten worden sind. Die FIFA und das südafrikanische Organisationskommitee weigern sich hingegen, das degenerierte Tröten in den Stadien zu verbieten, und behaupten dieses stattdessen als südafrikanische "Kultur".

Dagegen laufen inzwischen Fans aus aller Welt Sturm. Zahlreiche Gruppen, wie etwa auf Facebook, machen ihren Unmut über die Vuvuzelas, insbesondere über deren Zerstören jedweder Fankultur Luft, und fordern bisweilen auch den Rücktritt von Sepp Blatter. Auch in Deutschland hat sich bereits eine offizielle Inititiative gegründet, um die grenzdebilen Tröten aus den Fußballstadien zu verbannen und insbesondere auch für eine richtige, WM-würdige Fußballkultur und Stadionatmosphäre zu sorgen. Die Initiative "Gegen Vuvuzelas – Pro Stimmung" kann auch online auf www.vuvuzelas.org unterstützt werden. Allein über das Wochenende hatten sich rund 20.000 Fußballfans an der Petition zum Verbot der Vuvuzela beteiligt, so die Gründer der Initiative. Insgesamt haben sich inzwischen bereits über 150.000 Menschen auf der Internetseite registriert. Die FIFA jedoch ignoriert die weltweiten lautstarken Proteste gegen diese Zerstörung der Stadionkultur durch die Vuvuzelas, und propagieren sich selbst als Proteges einer angeblich durch den Trötenlärm zum Ausdruck kommenden Kultur Südafrikas.

Doch dabei handelt es sich um eine äußerst scheinheilige, verlogene Demagogie. Denn tatsächlich interessiert sich die FIFA nicht auch nur im geringsten für Südafrika und seine Kultur. Vielmehr hat der Verband das Land regelrecht besetzt, um eine Pseudokultur für massenmediales Entertainment zu inszenieren. Die südafrikanische Tatsachenrealität von Armut und Kriminalität soll dabei überwiegend verbannt und ausgegrenzt, ja regelrecht weggetrötet werden. Für die weltweiten Fernsehkameras wird eine weitestgehend heile, Fußballkompatible Pseudo-Kultur inszeniert, die moralistisch Respekt und Achtung vor einem Land vorheuchelt, das eigentlich nur als Vorzeigeobjekt für (links-)liberale Propaganda missbraucht wird. Wohl auch zu diesem Zweck wurde jene chinesische Plastiktröte kultiviert, die nun diese Weltmeisterschaft nicht nur maßgeblich prägt, sondern auch zerstört.

Wo sich (links-)liberale Moralisten, zumeist Hand in Hand mit grenzdebilen Idioten, in die Wahnvorstellung einer Vuvuzela-Kultur hineinsteigern, bleibt die eigentliche Kultur, um die es bei dieser Weltmeisterschaft eigentlich und maßgeblich gehen müsste und sollte, auf der Strecke: Die Fußball-Kultur, und mit dieser eine lebendige Fan-Kultur. Denn diese fristet bei dieser Veranstaltung ein unfassbares und für den Fußball eigentlich unvorstellbares Nischendasein. Doch darüber hinaus existiert natürlich auch eine authentische (süd)afrikanische Kultur, die bei dieser Weltmeisterschaft größtenteils nur als Randerscheinung, als die Fußball-Weltmeisterschaft begleitende propagandistische Inszenierungen existiert. Die für Afrika charakteristische Lebendigkeit und Lebensfreude, die sich in den klassisch-afrikanischen Rythmen, Gesängen und Tänzen zeigt, wird ebenso wenig wie eine lebendige und leidenschaftliche, am Fußball emotional und kreativ partizipierende Fankultur, durch chinesische Plastiktröten zum Ausdruck gebracht.

Aber nicht nur bei dieser Weltmeisterschaft, sondern für den gesamten Fußball erweist sich die grenzdebile Stadiontröte letztlich schlicht und einfach als gefährlich. Denn die Vuvuzela ist nicht nur buchstäblich, sondern auch sinnbildlich, genauer: fußballästhetisch nichts weiter als Körperverletzung. Denn sie zerstört genau das, was den Fußball weltweit ausmacht: Die Stadion-Atmosphäre, das Mitfiebern, Mitsingen und Anfeuern der Fans, als eines der prägenden Charakteristika des modernen Fußballs. Ebenso wird das sogenannte Fair-Play, von der FIFA, sich dabei der moralistischen Doktrin des (links-)liberalen (Gut-)Bürgertums unterwerfend, schon seit geraumer Zeit zum progandistischen Aushängeschild erhoben, regelrecht verhöhnt, denn der grenzdebile Lärm, der sowohl die für das Mannschaftsspiel eminent wichtige Kommunikation, sowohl innerhalb der Mannschaft, als auch zwischen Mannschaft und Trainer maßgeblich beeinträchtigen kann, zeugt von wenig Respekt, und noch weniger Verständnis, sowohl den Spielern, als auch dem Sport insgesamt gegenüber.

Gründe für ein Verbot der sinnlosen und nervtötenden Tröten existieren also reichlich - sollte nicht aus vernünftiger Einsicht freiwillig auf deren Gebrauch verzichtet, und lieber die eigene Stimme gebraucht werden. Das Organisationskommitee, wie auch die FIFA, allen voran Sepp Blatter beharren allerdings auf der Propagandalüge, dass die Vuvuzela Teil der südafrikanischen Kultur sei, und die Weltmeisterschaft daher eine Tröten- statt Fußball-WM sein müsse. Besonders unverschämt zeigt sich angesichts dessen auch der dementsprechend propagandistisch in Szene gesetzte Teil Südafrikas. Hieß es vor vier Jahren noch "zu Gast bei Freunden" wird nun nach der Devise verfahren "zu Gast bei Tröten" oder wahlweise auch "zu Gast beim Ohrenarzt", wenn nicht gar "zu Gast beim Hirnchirurg" - obwohl nach über neunzig-minütiger Trötendauerbeschallung von Gehirnmasse nicht viel übrig bleibt.

Mit besonder viel Paranoia ausgestattet kann man hier bereits eine absichtsvolle Herrschaftspolitik erkennen, welche ihren Machtanspruch und ihre Machtlegitimation durch die systematische globale Verdummung der Menschen durchsetzt. Tatsächlich lassen sich die subtilen Herrschaftsmechanismen der gegenwärtigen Machtstrukturen allerdings eher in der moralistischen Doktrin und Propaganda feststellen, mit der der Einsatz der Tröten nicht nur gerechtfertigt, sondern für sakrosankt erklärt wird. Denn unter Gastfreundschaft versteht das von der FIFA inszenierte Südafrika nicht etwa Respekt gegenüber dem Fußball, sowohl Spielern als auch Fans, sondern vielmehr das jeder das grenzdebile Getröte zu akzeptieren habe. Die übliche Machtlegitimatorische Dialektik also: Unterwerfung und Anpassung anstelle von Vernunft und Freiheit. Propagiert wird sie stets unter dem moralistischen Gewand von Werten wie Toleranz oder eben jener Freiheit. Der Werte, die tatsächlich mit Füßen getreten werden.

Natürlich braucht es einiges an fußballästhetischem Pathos, um die Lebendigkeit und Faszination des Fußballs, sowohl des Spiels auf dem Platz, als auch der Atnosphäre auf den Rängen, aus der Perspektive der Freiheit (des Fußballs) zu sehen, die durch infantilen Trötenlärm, und besonders durch die diesen legitimierende und instrumentalisierende Moralpropaganda bedroht wird, die eine südafrikanische Vuvuzela-Kultur herbei fantasiert, die man als zivilisierter Gutmensch gefälligst zu respektieren und tolerieren habe. Ganz deutlich wird also, dass in Wahrheit gar nicht der Fußball im Vordergrund steht, sondern vielmehr missbraucht wird, um Menschen Verhaltensmuster und Denkstrukturen aufzuoktroyieren, die sie moralistisch gleichschalten und unterwürfig machen. Auf diese Weise wird Freiheit, und mit ihr Kultur zerstört, oder bereits in ihrer Entfaltung behindert.

Und die "Freiheit" oder "Kultur" des Fußballs und seiner Fans, um die es hier primär geht, besteht nun einmal besonders auch in einer lebendigen, am Spiel und an den Spielern partizipierenden Atmosphäre, einer weltweit in großer Vielfältigkeit zum Ausdruck gebrachten Fankultur - aber eben nicht mit einem eintönigen, selbstbezüglichen, manisch-infantilen Trötenlärm, der den Fußball nur als Vehikel missbraucht, um oral-fixierte Verhaltensstörungen auszuleben. Dementsprechend sind richtige, mitfiebernde Fußballfans in aller Welt gut damit beraten, auch weiterhin so massiv und lautstark wie möglich, ihre Ablehnung dieser Vuvuzela-Pseudokultur, welche mit einer lebendigen und "freiheitlichen" Fußball- und Fankultur unvereinbar ist, zum Ausdruck zu bringen. Und sich dabei nicht von infantilen Moralaposteln mit ihren demagogischen Propagandafloskeln in die Defensive drängen zu lassen, sondern vielmehr deutlich was Fußball- und insbesondere Fankultur ist und ausmacht, und was nicht. Der massenhafte Protest gegen den grenzdebilen, nervtötenden Trötenlärm ist das Resultat irgendeiner angeblichen Intoleranz gegenüber einer Kultur, sondern vielmehr Ausdruck des Widerstands gegenüber der ausgelebten Intoleranz einer inszenierten Pseudokultur, die den Fußball zerstört und seiner wesentlichen Faszination und tragenden Säule beraubt: Der Fankultur.

Die FIFA zieht es jedoch vor, sich im Rahmen des derzeitigen Fußball-Massenentertainments als moralistische Vorhut des Propaganda-Apparates, der sich über manipulierende moralistische Dialektik etablierenden und legitimierenden, westlich-abendländischen Machtstrukturen, selbst zu instrumentalisieren, und dabei den Fußball wissentlich und willentlich zu opfern. Einer moralistischen Doktrin, die Werte wie Toleranz und Freiheit missbraucht, um Gesellschaften und Kulturen systematisch zu erodieren und dem westlichen Herrschaftssystem auszuliefern. Nicht nur der Fußball ist - bislang - der große Verlierer dieser Weltmeisterschaft, es ist auch das von der FIFA "besetzte" Land Südafrika, das einer inszenierten "Vuvuzela"-Pseudospaßkultur unterworfen wurde. Mit dieser wiederum jedoch auch der Rest der Welt einer moralistischen Dogmatik, mit welcher das (links-)liberale Bürgertum seinen Machtanspruch über Menschen ausübt und legitimiert. Nicht etwa Brot und Spiele sind das primäre Herrschaftsinstrument gegenwärtiger Machtstrukturen, sodern die mittels moralistischer Dialektik vollzogene Polarisierung und Unterteilung der Welt in infantil-affektive willkürliche Beliebigkeiten, derzeit besonders Trötereien, jenseits von Vernunft - wie auch von Brot und Spielen.


www.vuvuzelas.org

vuvuzelas.org ist eine private Initiative von Stefan Watzinger und Bastian Fröhlig die sich – im Sinne aller Fußballfans – für ein Verbot der Vuvuzelas in Fußballstadien einsetzt. Unser Aufruf lautet: Gegen Vuvuzelas – Pro Stimmung!
 

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