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Grundeinkommen und Zinsökonomie PDF Drucken E-Mail
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Samstag, den 31. Juli 2010 um 00:00 Uhr

Das folgende YouTube-Video "Finanz- und Wirtschaftssystem vs. Grundeinkommen & Konsumsteuer" beschäftigt sich mit dem Verhältnis des Bedingungslosen Grundeinkommens zum gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzsystem, und verdeutlicht dabei noch einmal die Notwendigkeit und ganz pragmatische Verwirklichbarkeit eines Konsumsteuerfinanzierten Grundeinkommens, angesichts dessen freiheitlichen, emanzipatorischen Potenzials, gerade auch in ökonomischer Hinsicht. Damit steht es in einem diametralen Gegensatz zu der autoritären Paranoia, die große Teile der politisch unkorrekten, subkulturellen, oft esoterisch angehauchten Verschwörungstheorie-Szene beherrscht, derzufolge die gegenwärtigen Problematiken des derzeit etablierten Wirtschafts- und Finanzsystems weitestgehend auf das Zinssystem und dessen parasitären Charakter reduziert werden, welches dabei wiederum seinerseits dafür missbraucht wird, emanzipatorische Konzeptionen wie das Bedingungslose Grundeinkommen mit fadenscheinigen, von massiver Paranoia geprägten Diffamierungen zu bekämpfen.

Ganz besonders auffällig bei Verschwörungstheoretikern dieser Art ist die Huldigung eines autoritären Obrigkeitsstaates, und die damit einhergehende Entfremdung zwischen Staat und Gesellschaft, zwischen Politik und Individuum. Einer von solch extremer Paranoia entstellten Psyche ist nichts anderes, kein freiheitliches Staats- und Gesellschaftsverständnis zugänglich. Autorität ist das puritanisch-(post-)moderne Heilsversprechen gegen die Bestie in jedem Menschen und dessen angeborene und unausweichliche Unmündigkeit und Unvollkommenheit, gemäß dem rassistisch-faschistoiden Weltbild jener Paranoiker.

Für diese Menschen bedeutet Freiheit zunächst vor allem die unerträgliche Perspektivlosigkeit des Status Quo, mit der sich die gegenwärtige Herrschaft etabliert und legitimiert, und wird dementsprechend bisweilen massiv, etwa in Form des Grundeinkommens bekämpft. Es ist keineswegs Zufall, sondern zwangsläufige Folge, dass sich ideologisch-strukturell linksliberal und konservativ geprägte paranoide Pseudo-Emanzipation und der bourgeoise Neoliberalismus in ihrer jeweiligen infantil-affektiven Grundeinkommens- bzw. Bedingungs- und Leistungslosigkeits-Paranoia gewissermaßen die Hand reichen können, da beiden geistig-moralistischen Konditionierungen die auf lutherisch-calvinistische Wahnvorstellungen zurück gehende bürgerlich-liberale Geistestradition zugrunde liegt, die von tiefen Schuldkomplexen und einer massiven Übervorteilungsparanoia geprägt ist, welche sie mittels eines ökonomischen Strukturen und Prozessen völlig unterworfenen Leistungsausgleichszwangs zu kompensieren versucht.

Das Bedingungslose Grundeinkommen dagegen erodiert nicht nur diese psychisch-ideologischen Konditionierungen und Voraussetzungen, welche die Grundlage für die gegenwärtige ökomische Durchdringung und Unterwerfung der Gesellschaft darstellen, sondern gerade auch diese ökonomischen Strukturen und Mechanismen selbst, die sich insbesondere im Zinsmechanismus und der darauf basierenden parasitären Ausprägung des Kapitalismus manifestieren, welche wiederum die gegenwärtigen Herrschaftsstrukturen tragen und ausbauen. Während besonders die paranoide und autoritär geprägte, und dementsprechende Pseudo-Sozialemanzipation einen revolutionären Umsturz der gegenwärtigen monetären und/oder kapitalistischen Strukturen als Scheinalternative anbietet, welche sich tatsächlich vollständig im Rahmen der bestehenden moralistischen Herrschaftsdialektik bewegt, zielt das Grundeinkommen vielmehr darauf ab, den Kapitalismus in seiner ursprünglichen und reinen Form als Konsumbasiertes Produktionssystem zur Entfaltung zu bringen, und aus dem Klammergriff parasitärer, da Schuldenbasierter Wachstumszwänge und -prozesse zu befreien.

Damit legt das Grundeinkommen letztlich ganz pragmatisch aus dem Bestehenden heraus den Grundstein für zukünftige Formen des Wirtschaftens und gesellschaftlichen Zusammenlebens, welches dann auch in der Lages ist, etwa auf ein Zinssystem, besonders in seiner gegenwärtigen Form eines ausschließlich positiven, und damit die Ökonomie, und die ihr unterworfene Gesellschaft aufzehrenden Zinses zu verzichten. Die Zusammenhänge und Wirkmechanismen eines Bedingungslosen Grundeinkommens in Bezug auf eine durch dieses in ihren fundamentalen Strukturen und Prozessen erst nachhaltige und wettbewerbsfähige Ökonomie, gerade auch unter den gegebenen Bedingungen der gegenwärtigen Zinsbasierten Finanzordnung, veranschaulicht folgendes Video:

 

 

 

Vgl. auch:

 

 

 

 

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Das Bedingungslose Grundeinkommen: Psychologische Aspekte

Unter dem Titel "Die Re-Humanisierung der Gesellschaft?" erläutert der Psychologe Prof. Theo Wehner die psychologischen Aspekte des Bedingungslosen Grundeinkommens. Wehner erforscht als Arbeits- und Organisationspsychologe u.a. auch menschliche Tätigkeitsmotive. Das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens erscheint ihm dabei weniger utopisch als der moderne Mythos von der Vollbeschäftigung. Das gesamte Interview gibt es hier als pdf-Datei zum Lesen und Herunterladen. Im Folgenden drei kurze Auszüge aus dem Interview, das letztes Jahr in der Dezember-Ausgabe der schweizerischen Fachzeitschrift "Psychoscope" erschien.


"Seit 1970 erhöht sich die Zahl der Güter und Dienstleistungen, die wir pro Stunde zu produzieren in der Lage sind, jährlich um ca. 2,6 Prozent. Dies entspricht einer Verdoppelung der Produktivität in 27 Jahren! Berücksichtigt man zusätzlich die Arbeitslosenquote – in der Eurozone liegt sie bei 9,4 Prozent – und nimmt zur Kenntnis, dass sich durch die Globalisierung das Angebot an Arbeitskräften auf ca. 3 Milliarden erhöht hat, so ist Vollbeschäftigung – wenn man einmal von sittenwidrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens (bGE)."

"Abgesehen von der erstaunlichen Unwissenheit darüber, was Kommunismus tatsächlich bedeutet, nämlich die Freiheit des Einzelnen gerade nicht zu stärken und ihn in den Arbeitsdienst zu schicken, und abgesehen davon, dass auch einige bGE-Mitstreiter von einer «capitalist road to communism» sprechen, geht es bei der Auseinandersetzung nicht um Verteilungsprobleme oder um den Besitz von Produktionsmitteln; es geht vielmehr um ein Menschenrecht, nämlich jenes der Existenzsicherung jenseits der Notwendigkeit zur Lohnarbeit. So wie wir mit dem Eintritt in die Gesellschaft die Bürgerrechte bedingungslos bekommen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkommen, bedingungslos und über der Armutsgrenze liegend, jedem Bürger und jeder Bürgerin gewährt wird."

"Versetzen wir uns gedanklich in die Zeit des bGE, so würde ich vermuten, dass Psychologinnen und Psychologen nicht mehr nur im Dienste der Selektion, Qualifizierung und Eingliederung in den Erwerbsarbeitsprozess sowie der Reparatur von negativen Auswirkungen durch Erziehung, Schule und Arbeit, sondern im Dienste der Selbstverwirklichung und in der Umsetzung von Kriterien «guter Erziehung, Bildung und Arbeit» tätig sein würden; ob dazu der Mainstream momentaner Variablenpsychologie taugt, ist allerdings zu bezweifeln! Vieles an Forschung, womit heute «Impact» erzielt werden kann, würde in Zeiten des bGE u.U. keinerlei Eindruck mehr machen; es würde vielmehr deutlich, wie sehr ein Grossteil heutiger Forschung als Lohnarbeitspsychologie zu kennzeichnen wäre."

 

 

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