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Grundeinkommen wird Lehrinhalt PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 03. September 2010 um 00:55 Uhr

Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens in ihren unterschiedlichen Konzeptionierungen wird in den kommenden Jahren Lehrinhalt an Schulen in Deutschland werden. Im Ernst Klett Verlag wird im November ein Lehrbuch für die Sekundarstufe II unter dem Titel "politik. wirtschaft. gesellschaft - Wirtschaftspolitik in der Sozialen Marktwirtschaft" erscheinen.

Darin werden unter anderem die Thesen der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung" erscheinen, mit denen diese bereits seit dem Jahre 2003 für das Bedingungslose Grundeinkommen wirbt. Auf Anfrage bestätigte der Ernst Klett Verlag, dass die Thesen explizit im Rahmen der Vorstellung der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens abgebildet werden.

Unter dem Thema "Die Grundeinkommensstrategie" werden in dem Lehrbuch insgesamt drei Quellentexte zum BGE mit zugehörigen Arbeitsaufträgen behandelt. Darunter ist auch der Text der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung", der mittels neun einleitender Thesen das Bedingungslose Grundeinkommen als sozioökonomische Lösungsstrategie herleitet, entwickelt und begründet.

Die Schüler bekommen dabei den Auftrag, sich darüber hinaus noch genauer über die verschiedenen Vorstellungen eines "Grundeinkommens" zu informieren und dazu Stellung zu nehmen, so der Ernst Klett Verlag. Nachdem das Thema BGE in den vergangenen Jahren bereits zunehmend in akademischen Kreisen bekannt und relevant geworden ist, ist es somit also nun auch im Schulunterricht angelangt. Zukünftig wird es damit flächendeckend in der Basis der Gesellschaft bekannt gemacht und konzeptionell verankert werden können.

Dementsprechend wird es sein bisheriges, relatives Nischendasein, sei es durch die weitestgehende Ignoranz der Massenmedien oder die oft eingeschränkte Vermittlung des Themas durch lokal begrenzte oder vorrangig intellektuell und akademisch konzeptualisierende Zusammenschlüsse, Organisationen oder Einzelvertreter, verlieren. Ein aktuelles Beispiel dafür, dass die Idee des Grundeinkommens inbesondere in akademischen Kreisen bereits äußerst salonfähig und thematisch relevant geworden ist, zeigt sich in der mit Bestnote versehenen Bachelorarbeit der Journalistin, Autorin und Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin Monika Lenz.

Sie untersucht das BGE anhand des seit mittlerweile über zwei Jahre andauernden und erfolgreichen Grundeinkommensprojektes in der namibischen Gemeinde Otjivero. Die Arbeit erschien im Mai im FAKTuell-Verlag mit dem Titel "Das Bedingungslose Grundeinkommen - eine Chance zum Leben? Ein Projekt in Namibia und Aspekte der möglichen Übertragbarkeit auf die Bundesrepublik Deutschland". Sowohl die Notwendigkeit als auch die Machbarkeit eines Bedingungslosen Grundeinkommens wird darin ebenso verdeutlicht, wie etwa auch die konzeptionellen Schlussfolgerungen der Initiative "Freiheit statt Vollbeschäftigung" prinzipiell belegt.

Das BGE ist von elementarer Bedeutung für die Verwirklichung der grundgesetzlich verankerten Würde und Freiheit des Menschen, die sich auch in einem neuen, sinnstiftenden Arbeitsethos und damit einhergehenden Fortschrittsverständnis manifestieren. Es legt mittlerweile nachweisbar und eingehend untersucht die Basis für Eigeninitiative, Kreativität, Bildung und Kaufkraft und stabilisiert und fördert die Gesellschaft ökonomisch, politisch und kulturell.

Das Bedingungslose Grundeinkommen verleiht dem einzelnen Menschen Würde und Freiheit, und verankert ihn damit in der Mitte der Gesellschaft. Was in Form reiner Thesen und als humanistisch-aufklärerischer Idealismus begann, ist mittlerweile also bereits empirisch belegbare Realität geworden. Dies kann es auch zukünftig umso mehr werden, als dass es darüber hinaus nun auch offizieller Lehrinhalt wird.

 

 

 

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Der Leistungskult und seine Folgen

Der DGB macht auf die gesundheitlichen Folgen der Arbeitslosigkeit aufmerksam. Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, das Erwerbsarbeitslose je nach Altersgruppe teilweise fast doppelt so häufig krank sind wie Erwerbstätige. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Häufigkeit von diagnostizierten Erkrankungen von Menschen ohne Erwerbstätigkeit im Vergleich zu Erwerbsarbeitsbeschäftigten immer weiter zu.

Auch psychische Krankheiten kommen bei Arbeitslosen doppelt so häufig wie bei Erwerbstätigen vor. Laut Angaben der Techniker Krankenkasse sollen sich in den Jahren 2000 bis 2009 die Fehlzeiten von Erwerbslosen aufgrund diagnostizierter psychischer Erkrankungen verdoppelt haben. Diese Zunahme lässt sich insbesondere durch die mit der Hartz IV-Gesetzgebung intensivierten Repressalien und Nötigungen erklären, denen erwerbsarbeitsfreie Menschen ausgeliefert werden, im Rahmen eines schrumpfenden und degenerierenden Arbeitsmarktes.

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