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Die Folgen des Zinssystem und ihre Überwindung PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 12. Dezember 2010 um 00:04 Uhr

Der gegenwärtige schleichende Zusammenbruch der Ökonomie verbirgt sich hinter massenmedialer Propaganda und mittelalterlich anmutenden, religiösen Stilblüten, die ein Job- und Wirtschaftswunder herbei fantasieren. Die Wurzel und eigentliche Triebkraft  des Wirtschaftskollaps, wie auch der diesen verursachenden ökonomischen Prozesse und Strukturen, ist das Zinssystem und die Verknüpfung des Zinsmechanismus mit der kreditären Geldschöpfung.

Die kreditäre Geldschöpfung ist eigentlich keine wirkliche Geldschöpfung, sondern lediglich eine Monetarisierung von Schuld. Verschwörungstheorien missverstehen dieses Prinzip seit mehreren Jahren zunehmend als eine Geldschöpfung aus dem Nichts. Diese findet aber erst durch das Zinssystem statt. Genauer gesagt, durch das Prinzip der Geldentstehung durch ausschließlich positive Zinsen.

Denn ein Finanzsystem, das dieser Zinsdynamik, und damit der Entstehung von Geld aus dem Nichts völlig unterworfen ist, bläht sich jahrzehntelang durch Zinsen und die an diese gekoppelte kreditäre Geldentstehung mit fiktivem Kapital auf, das keinerlei reale Deckungsgrundlage, weder in realem, liquidem Kapital, noch in der Nachfrage oder in den natürlichen Ressourcengrenzen besitzt. Das Einzige, das neben einer ebenso jeden natürlichen Bedarf und Ressourcenbeschränkungen, sowie vorhandene Liquidität verlassene Produktivität nahezu ungehindert wächst sind realwirtschaftliche Schulden.

Schulden wiederum sind nichts anderes als Ansprüche überwiegend fiktiven Kapitals auf reales liquides Kapital. Ansprüche, die ebenfalls dem Zinssystem unterworfen sind und sich dementsprechend auch von selbst, aus dem Nichts vermehren. Und auf diese Weise immer mehr Geld zurückfordern, als ursprünglich, hauptsächlich kreditär in Umlauf gebracht worden ist. Das zwangsläufige Ergebnis ist - und kann nur sein - der bereits begonnene, aber  oft verschleierte und verschwiegene Zusammenbruch der gesamten Ökonomie.

Dieser Zinsmechanismus, also die Entstehung von fiktivem Kapital aus dem Nichts, als Anspruch auf reales Kapital, ist ein in sich selbst fehlerhaftes, absurdes, geisteskrankes und selbstzerstörerisches System, das früher oder später kollabieren muss, und bereits mehrmals in der Geschichte nahezu vollständig kollabiert ist. Der Zeitpunkt eines weiteren, unausweichlichen Kollaps ist gegenwärtig erneut erreicht.

Der vollends sichtbare kollabierende Zustand der Ökonomie wird nur verschleiert und auch heraus gezögert, wie etwa durch die inszenierten Pleiten von Ländern wie Irland und Griechenland, von deren aufoktroyierten Schulden etwa der deutsche Finanzkapitalismus profitieren kann. Zudem wirken sich auch die gegenwärtigen monetären Transaktionsstrukturen systemerhaltend, gegenüber den Menschen aber ebenfalls verschleiernd aus.

Denn der inzwischen ermöglichte Bargeldlose Zahlungsverkehr ermöglicht große Teile jenes fiktiven Kapitals, nämlich die Giralgeldanlagen, jederzeit als Realkapital zu verwenden und auf diese Weise liquide zu machen. Prinzipiell aber ist eben auch Giralgeld kein real existierendes Kapital, sondern eine reine Fiktion, lediglich ein Anspruch auf reales Kapital. Jede Form von angelegtem Kapital existiert nur  bis zum Grad der Bargeldreserve eines jeweiligen Geldinstitutes als reales Geldkapital, im Sinne eines Zahlungs- und Wertschöpfungsmediums.

Genau dieses Prinzip steckt auch hinter der Idee eines Bankruns. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf ein nur von wenigen Menschen verstandenes Grundprinzip ihres angelegten Geldvermögens. Nämlich dass es real nicht existiert, solange bis es nicht in Bargeld umgetauscht oder in Form von Überweisungen eingesetzt wird. Dies ist eine in der Tat interessante und fundamentale ökonomische Tatsache, die aber nicht das eigentliche Problem darstellt. Zumindest nicht per se, denn der ruinöse Charakter fiktiven Kapitals entsteht erst durch dessen substanzlose, ungedeckte Vermehrung durch das Zinsprinzip.

Dann erst entsteht jener permanente und zunehmende Druck auf reales, liquides Kapital, weil das sich vermehrende fiktive Kapital als Anspruch auf reales Kapital wirkt. Auf Realkapital, das jedoch nicht existiert, sondern erst mittels kreditärer Kapitalerzeugung in Umlauf gebracht werden muss. Und somit in Form von Schulden, die sich ihrerseits ebenfalls vermehren und auf Realkapital zugreifen müssen, um sich tilgen zu können.

Auf diese Weise entsteht eine Abwärtsspirale aus kreditären Liquiditätsschwemmen und Finanzblasen, ausufernden Schulden, Vermögen und Kapitalansprüchen - und mit der letztendlichen Konsequenz von immer weniger realer Kaufkraft in der Fläche. Doch diese Auswirkungen werden durch die gegenwärtige Möglichkeit, Teile fiktiven Kapitals als Realkapital zu verwenden, bisweilen noch abgemildert.

Jedoch nur solange, wie die Bargeldreserve einer Bank, und damit an realem und potenziell liquidem Kapital, der Realwirtschaft Liquidität bzw. Bonität der jeweiligen Bank vorgaukelt. Auch durch die Unwissenheit der Menschen, der konsumierenden Wirtschaftssubjekte. Darin liegt eben auch die reale Gefahr eines Bankruns, wenn durch die damit gewissermaßen erzwungene Bloßstellung des fiktiven, real nicht vorhandenen Kapitals kein Realkapital mehr zur Verfügung gestellt werden kann.

Daher ist die Vortäuschung von Liquidität durch die fiktiven Sichteinlagen einer Bank für die Realwirtschaft von lebensnotwendiger Bedeutung, und dessen Bloßstellung  zwar ebenso richtig und wichtig, wie aber auch gefährlich. Neben dieser monetären Täuschung hängt das Finanzsystem und dessen Ökonomie im Besonderen auch am Tropf der Globalisierung und dabei wiederum vor allem auch an dem der Armut großer Teile der Welt. Besonders die deutsche Wirtschaft wird zu großen Teilen vom Export am Leben erhalten, während der Binnenabsatz aber schleichend kollabiert.

Dazu wiederum trägt systematisch auch die deutsche Sozialgesetzgebung bei, die durch eine kriminell niedrige und entwürdigende Alimentierung der innerhalb der kollabierenden oder technologisch rationalisierbaren Produktionsstrukturen nicht mehr benötigten Menschen auch auf die niedrigen Löhne, gemeinsam mit dem zinskapitalistischen Wachstumszwang, einen immer höheren Druck aufbaut und längst eine Niedriglohn- und Zwangsarbeitsökonomie etabliert hat.

Die dementsprechend in immer geringerem Maße ausreichend Kaufkraft in der Fläche produzieren kann. Bei gleichzeitigem grenzdebilem Sparkult und einer neuerlichen Explosion insbesondere öffentlicher Schulden um diese völlig marode, kurz vor dem Kollaps stehende Ökonomie und das dahinter stehende Zinsparasitentum noch für ein paar Jahre aufrecht zu erhalten.

Fakt ist, dass ein Zusammenbruch des Finanzsystems unmittelbar bevorsteht. Und daran ist nichts schlecht und verwerflich. Im Gegenteil ist dieser Zusammenbruch zu begrüßen, und ggf. auch zu beschleunigen. Doch es braucht zugleich auch finanzkapitalistischer Alternativen, eben um die Realwirtschaft vor den Folgen dieses Kollaps zu schützen. Und damit auch die Gesellschaft.

Und um darüber hinaus auch die bereits sichtbaren, lediglich von der öffentlichen Propaganda stets verschwiegenen, kollabierenden und parasitären Tendenzen und Strukturen innerhalb der gegenwärtigen Produktivität rückgängig zu machen, zugleich aber auch ihre sinnlosen, wachstumsfetischistischen, von keinerlei realem Bedarf gedeckten Auswüchse einzudämmen.

Eine funktionierende, stabile Wirtschaft braucht ein Umlaufgesichertes und Nachfrageorientiertes, in ausreichender Höhe vorhandenes liquides Geldkapital. Dafür  muss dementsprechend das System der permanenten Kapitalverknappung und -vernichtung, nämlich das Zinssystem, überwunden werden. Genauer gesagt, das Prinzip der ausschließlich positiven Zinsen, die fiktives Kapital und ihr realökonomisches Äquivalent, Schulden, prinzipiell exponentiell vermehren, und auf diese Weise Realkapital und Kaufkraft belasten und zerstören.

Das Mindeste, als Alternative zum bestehenden System, ist daher die Einführung negativer Zinsen, also ein nicht nur nach oben, sondern auch nach unten hin offener Zinssatz. Negative Zinsen ermöglichen es, angelegte und spekulative Vermögen nicht nur unbegrenzt wachsen, sondern vielmehr auch wieder abschmelzen zu lassen, und auf diese Weise Druck auf dieses Kapital ausüben, liquide zu werden und als reale Kaufkraft in den Markt, und damit letztlich in die gesellschaftliche Produktivität zu fließen.

Dann verschwindet Kapital nicht mehr nur durch die Tilgung von Schuld, und zudem auch noch mehr, als ursprünglich in Umlauf gebracht wurde, sondern potenziell bereits durch dessen Anlegen und seinen damit bewerkstelligten Entzug aus der Realwirtschaft. Darüber hinaus kann auf diese Weise auch die potenzielle Deckungsgrundlage für kreditäre Kapitalerzeugung eingedämmt werden.

Einer hemmungslosen Kreditvergabe und damit auch Schuldenproduktion kann damit ein Riegel vorgeschoben werden. Weil zudem auch der Druck zur unentwegten Erzeugung liquiden Kapitals aufgrund bereits bestehender kreditärer, wie fiktiver Kapitalansprüche, durch ihr potenzielles Abschmelzen nicht mehr in diesem Maße besteht. Man sieht daran auch deutlich, dass nicht Banken das Feindbild schlechthin darstellen, das bekämpft werden muss. Ebenso wenig wie die fehlende Bargelddeckung ihrer Sichtguthaben.

Vielmehr ist, allerdings nur auf der rein ökonomischen Ebene, die exponentielle Zinsdynamik  die eigentliche Wurzel des Problems, bzw. der Systemfehler in sich selbst. Der Zinsmechanismus ist die Ursache des gegenwärtigen parasitären Wachstumskapitalismus. Ebenso wenig wie Banken ist dagegen auch die kreditäre (scheinbare) Geldschöpfung, und damit die Entstehung von Schulden das eigentliche Problem, sondern vielmehr deren Kopplung an den Zinsmechanismus, also das exponentielle Wachstum von Schulden, das sich realwirtschaftlich schließlich ruinös und selbstzerstörerisch auswirkt.

Noch umfassender und tiefgreifender als die Einführung negativer Zinsen würde sich die Einführung eines konsumsteuerfinanzierten Bedingungslosen Grundeinkommens auf die Realwirtschaft auswirken. Ein solches Grundeinkommen ist nicht nur die Umlaufsicherung von Geldkapital schlechthin, sondern darüber hinaus auch die ultimative Lebens(ver)sicherung des Menschen, der von einem rein ökonomistischen Nützlichkeitsdasein befreit werden würde und an dessen Stelle ein unveräußerbares Existenz- und Teilhaberecht erhält.

Das Grundeinkommen zielt nicht allein auf die ökonomische, sondern auch die soziale und kulturelle Ebene ab. Denn dort erst findet sich die tiefste, fundamentalste, eigentliche Triebfeder der Unterwerfung der gesamten Gesellschaft unter die Bedingungen, Prinzipien, Prozesse und Strukturen ökonomischer Verwertung. Und konkret unter die totalitäre Vorherrschaft des Zinskapitals, dessen Wachstumszwang zur nahezu vollständigen ökonomischen Vereinnahmung sämtlicher Lebensbereiche  und des Menschen selbst führt.

Die fundamentalste Triebkraft der Unterwerfung des Menschen durch den Zinskapitalismus ist ein reaktionärer, religiös geprägter und zutiefst rassistischer Arbeits- und Leistungskult. Dieser bildet den ideologischen Kern der Sklavenmoral der bürgerlichen Moderne. Überwunden wird diese jedoch nicht (allein) durch eine Reformation des Geldsystems, sondern erst mit der rechtsstaatlichen Garantie eines unveräußerbaren Existenz- und Teilhaberechtes.

Daher ist ein konsumsteuerfinanziertes Grundeinkommen kein obrigkeitsstaatliches Umverteilungsinstrument, sondern vielmehr ein rechtsstaatliches Teilhabeinstrument, das  primär den Menschen in seinem bloßen Dasein als Mensch, und darüber hinaus erst auch seine Arbeit, sowohl im erwerbsmäßigen Rahmen, wie auch in einem ökonomisch unproduktiven häuslichen, sozialen oder kulturellen Rahmen würdigt und fördert.

Während das gegenwärtige Prinzip der Einkommensbesteuerung Erwerbsarbeit diskriminiert und belastet, sowie in der Folge auch Kaufkraft und damit wiederum auch die Produktivität gleich doppelt belastet, setzt die Konsumsteuer auf der Ebene der realen Wertschöpfung an. Denn erst durch Konsum entsteht reale Wertschöpfung als  eine zentrale Grundlage für Produktivität. Ein Konsumsteuerfinanziertes Grundeinkommen würde nun auch die Gesellschaft an der Wertschöpfung, und damit am gesamtgesellschaftlichen Einkommen oder Vermögen, nicht anhand etwaiger Gleichheit, sondern der Gleichwertigkeit aller Menschen beteiligen.

Bei einer vereinfachten Modellvorstellung einer 50%igen Konsumsteuer etwa würde der gesamtgesellschaftliche finanzielle Wohlstand genau zur Hälfte zurück in die Gesellschaft fließen, die andere Hälfte in die Produktivität. Auf diese Weise findet eine einfache und äußerst effektive Umlaufsicherung realen Kapitals statt. Die Umlaufsicherung selbst stellt dabei letztlich das Grundeinkommen dar, die Konsumsteuer sorgt darüber hinaus insbesondere auch für einen Kapitalausgleich zwischen Gesellschaft und Ökonomie.

Denn die Kaufkraft, die mittels ökonomischer Produktivität zusätzlich zum Grundeinkommen entsteht, und dieses durch die Konsumsteuer anschließend zu höheren Teilen auch refinanziert, muss zu großen Teilen zunächst in Form von Konsum dort hinein geflossen sein. Und damit wiederum teilweise auch in Form von Grundeinkommen. Das Konsumsteuerfinanzierte Grundeinkommen fungiert auf diese Weise also auch als eine Art von Subvention der Ökonomie, die daraufhin ausgleichend auch einen größeren Teil seiner Refinanzierung trägt.

Zusätzliche Investitionen in die Produktivität, etwa auch durch kreditäre Geldentstehung, stehen durch die Umlaufsicherung eines Grundeinkommens zudem auf einem wesentlich stabileren, nachhaltigeren Fundament, als etwa in der gegenwärtigen Zinsökonomie. Ökonomie und Gesellschaft stehen auf diese Weise nicht länger in einem parasitären Verhältnis wie unter Zinsbedingungen zueinander, sondern vielmehr in einer symbiotischen Beziehung. Denn auch Erwerbseinkommen, die in Form von Konsum einen höheren Anteil an der Refinanzierung des Grundeinkommens tragen, basieren ihrerseits zum großen Teil auf vorgehendem Konsum und dementsprechend auch realer Wertschöpfung.

Auch das dafür benötigte liquide Realkapital stammt letztendlich aber immer aus einer kreditären Quelle. Da die Grundlage für kreditäre Kapitalerzeugung im Wesentlichen angelegtes, fiktives Kapital ist, das insbesondere unter den gegenwärtigen Bedingungen der Positivzinsdynamik dazu tendiert, zu überakkumulieren und damit parasitär und ruinös auf die Realwirtschaft zu wirken, ergibt sich eine weitere, ergänzende (Re-)Finanzierungsmöglichkeit eines Grundeinkommens, die jenseits der realwirtschaftlichen Produktions- und Wertschöpfungsebene auch direkt an den bestehenden finanzwirtschaftlichen Strukturen ansetzt.

Zusätzlich oder an Stelle eines negativen Zinses könnten dementsprechend weitere Besteuerungsmaßnahmen dort greifen, wo sich insbesondere hohe, ausufernde Vermögen akkumulieren, denen nicht nur kein Realkapital, sondern auch keinerlei realwirtschaftliche Produktivität gegenüber steht. Der parasitäre Charakter dieser Überakkumulation fiktiven Kapitals würde auf diese Weise in die Umlaufsicherungsstruktur eines Bedingungslosen Grundeinkommens umgewandelt werden.

Zudem besteht anschließend auch kein Anlass, das überakkumulative Positivzinssystem mittel- und langfristig aufrecht zu erhalten, da ein Konsumsteuerfinanziertes Grundeinkommen im Großen und Ganzen nur einmal finanziert werden müsste. Anschließend refinanziert es sich über die Wertschöpfung mittels Konsumsteuer selbst. Auf rassistische und calvinistische Verschwörungstheorien vom Zusammenbruch des Erwerbsarbeitssystems und damit auch der Produktivität ist es kaum wert, weiter darauf ein zu gehen.

Derartige Paranoia stellt sich selbst bloß als das was sie ist. Die Wahnvorstellung, dass der Mensch nicht von sich selbst aus sozial, kreativ und produktiv sein könne, ist vergleichbar mit dem Abstreiten der Kugelgestalt der Erde, da es dabei schlichtweg um reale, menschliche Grundeigenschaften geht. Erst recht unter den sozialemanzipatorischen Bedingungen eines ökonomisch bedingungslosen Grundeinkommens. Im Gegensatz zu den repressiven Bedingungen der gegenwärtigen, an realem Bedarf vorbei produzierenden, immer mehr Menschen ausklammernden und sich im hirntoten Arbeitskult und Wachstumswahn befindenden und weiter entwickelnden Niedriglohn- und Überfluss-Ökonomie.

Das korrekte Verständnis eines Grundeinkommens und seiner sozioökonomischen Auswirkungen gelingt nur mit dem Verständnis der finanzwirtschaftlichen, wie realökonomischen Grundlagen der gegenwärtigen Produktivitätsstrukturen. Darüber hinaus hängt alles von einem aufgeklärten Menschenbild ab, das dementsprechend nicht von rassistischen und calvinistischen Wahnvorstellungen pervertiert und zerrüttet wurde, und darüber hinaus überhaupt auch von einer Denkstruktur, die nicht von kaum weniger wahnhaften Verschwörungstheorien heimgesucht wird.

Das Bedingungslose Grundeinkommen greift das derzeitige Zinssystem nicht direkt an, weil es dies gar nicht muss. Es wirkt ökonomisch gesehen als Umlaufsicherung von realem Kapital, und entschärft auf diese Weise bereits die realwirtschaftlichen Ansprüche fiktiven (Zins-)Kapitals. Konflikte zwischen Grundeinkommen und Zinskapital und daraus hervorgehende realwirtschaftliche Krisentendenzen sind dabei nichts verwerfliches, weil sie den Druck auf Gesellschaft und Politik erhöhen, sich des Zinssystems in seiner gegenwärtigen Form zu entledigen.

Oder wahlweise auch des Grundeinkommens, und damit der unveräußerlichen Würde, Daseins- und Teilhabeberechtigung des Menschen. Eben genau das, was die Aufklärung unter dem Begriff "Freiheit" verstanden und subsumiert hat. Das Grundeinkommen muss das Zinssystem nicht unmittelbar attackieren, weil es auf einer noch tieferen Ebene mit den ideologischen Paradigmen aufräumt, die auch das Zinssystem tragen und legitimieren.

Mit der gegenwärtigen Sklavenmoral, die den Menschen der Doktrin von Wachstum, Arbeit und Leistung unterwirft und auf diese Weise instrumentalisiert und funktionalisiert, und permanent seiner Würde und fundamentaler Grundrechte beraubt. Ihn zu einem Leibeigenen in einem neofeudalen, immer totalitärer werdenden Herrschaftsgefüge macht, in dem alles käuflich wird, zur Ware verkommt.

Darin liegt die tiefste Bedeutung und Notwendigkeit eines Grundeinkommens: Die Überwindung der falschen, pervertierten Freiheitsvorstellungen, die Menschen mittels einer moralistischen Doktrin zu Untertanen, zu Bücklingen, zu reinem Nutzvieh machen. Echte Freiheit beginnt nicht mit der Abschaffung des Zinssystems, wenn nicht zugleich die fundamentalen Dogmen der gegenwärtigen Herrschaftsordnung fallen. Echte Freiheit beginnt nicht mit Bankruns, sondern mit der Einführung eines (Konsumsteuerfinanzierten) Bedingungslosen Grundeinkommens.

 

 

 

 

 

 

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Das Bedingungslose Grundeinkommen: Psychologische Aspekte

Unter dem Titel "Die Re-Humanisierung der Gesellschaft?" erläutert der Psychologe Prof. Theo Wehner die psychologischen Aspekte des Bedingungslosen Grundeinkommens. Wehner erforscht als Arbeits- und Organisationspsychologe u.a. auch menschliche Tätigkeitsmotive. Das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens erscheint ihm dabei weniger utopisch als der moderne Mythos von der Vollbeschäftigung. Das gesamte Interview gibt es hier als pdf-Datei zum Lesen und Herunterladen. Im Folgenden drei kurze Auszüge aus dem Interview, das letztes Jahr in der Dezember-Ausgabe der schweizerischen Fachzeitschrift "Psychoscope" erschien.


"Seit 1970 erhöht sich die Zahl der Güter und Dienstleistungen, die wir pro Stunde zu produzieren in der Lage sind, jährlich um ca. 2,6 Prozent. Dies entspricht einer Verdoppelung der Produktivität in 27 Jahren! Berücksichtigt man zusätzlich die Arbeitslosenquote – in der Eurozone liegt sie bei 9,4 Prozent – und nimmt zur Kenntnis, dass sich durch die Globalisierung das Angebot an Arbeitskräften auf ca. 3 Milliarden erhöht hat, so ist Vollbeschäftigung – wenn man einmal von sittenwidrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens (bGE)."

"Abgesehen von der erstaunlichen Unwissenheit darüber, was Kommunismus tatsächlich bedeutet, nämlich die Freiheit des Einzelnen gerade nicht zu stärken und ihn in den Arbeitsdienst zu schicken, und abgesehen davon, dass auch einige bGE-Mitstreiter von einer «capitalist road to communism» sprechen, geht es bei der Auseinandersetzung nicht um Verteilungsprobleme oder um den Besitz von Produktionsmitteln; es geht vielmehr um ein Menschenrecht, nämlich jenes der Existenzsicherung jenseits der Notwendigkeit zur Lohnarbeit. So wie wir mit dem Eintritt in die Gesellschaft die Bürgerrechte bedingungslos bekommen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkommen, bedingungslos und über der Armutsgrenze liegend, jedem Bürger und jeder Bürgerin gewährt wird."

"Versetzen wir uns gedanklich in die Zeit des bGE, so würde ich vermuten, dass Psychologinnen und Psychologen nicht mehr nur im Dienste der Selektion, Qualifizierung und Eingliederung in den Erwerbsarbeitsprozess sowie der Reparatur von negativen Auswirkungen durch Erziehung, Schule und Arbeit, sondern im Dienste der Selbstverwirklichung und in der Umsetzung von Kriterien «guter Erziehung, Bildung und Arbeit» tätig sein würden; ob dazu der Mainstream momentaner Variablenpsychologie taugt, ist allerdings zu bezweifeln! Vieles an Forschung, womit heute «Impact» erzielt werden kann, würde in Zeiten des bGE u.U. keinerlei Eindruck mehr machen; es würde vielmehr deutlich, wie sehr ein Grossteil heutiger Forschung als Lohnarbeitspsychologie zu kennzeichnen wäre."

 

 

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