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Systematischer Betrug bei klinischen Studien PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 22. Dezember 2010 um 19:20 Uhr

Das Magazin "Technology Review" beschäftigt sich in seiner kommenden Januar-Ausgabe mit den Tricksereien und Täuschungen, die bei medizinischen Studien betrieben, und mit denen die Studienergebnisse letztlich verfälscht werden. Weltweit wurden von Medizinstatistikern die Unterlagen klinischer Studien geprüft, um Scheinargumente von "soliden Beweisen" zu trennen.

Nach derzeitigem Untersuchungsstand muss demnach mindestens jede zweite als erprobt geltende medizinische Therapie in ihrer Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit angezweifelt werden. Laut den Prüfern erreicht die Betrugs- oder zumindest Manipulationsquote bei klinischen Studien jedoch bis zu 90 Prozent. Bei der Analyse der medizinischen Veröffentlichungen werden diese mittels statistischer Methoden eingehend getestet, um zu ermitteln, welche Medikamente und Therapien nachweisbar hilfreich wirksam sind.

Allerdings ist eine wirklich aussagekräftige Bewertung der Wirksamkeit von medizinischen Interventionen aufgrund der Datenlage oft gar nicht möglich, weil die Hersteller häufig klinische Tests mit ungünstigem Ergebnis zurückhalten oder durch statistische Tricks die Medikamente besser dastehen lassen, als sie tatsächlich sind. Daher ergibt sich auch jene hohe Schwankung jener Quote an fragwürdigen medizinischen Therapien.

Mit großer Sicherheit lässt sich dafür einmal mehr feststellen, dass im Bereich schulmedizinischer Forschungen Betrug und Manipulationen an der Tagesordnung sind. Bereits im Oktober diesen Jahres haben Arzneimittelprüfer des Kölner Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen die erste umfassende Übersicht mit Fallbeispielen für die verbreitete Praxis, unangenehme Studiendaten selektiv zu verschweigen und klinische Studien auf diese Weise zu manipulieren, veröffentlicht.

Betroffen ist dabei nahezu jedes Fachgebiet: Die Experten listen 50 Behandlungen von 40 verschiedenen Krankheiten auf, unter anderem Medikamente gegen Depressionen, Psychosen, Schmerzen, Alzheimer, Migräne, Herzrhythmusstörungen, Inkontinenz, Diabetes, Arthritis, HIV und Krebs. "Vergleicht man die unpublizierten mit den publizierten Daten, so zeigen sich große Ergebnisunterschiede. Die publizierten Studien neigen dazu, die Wirksamkeit zu über- und die Nebenwirkungen zu unterschätzen", resümieren die Prüfer in ihrem Bericht.

Dementsprechend sind auch Patienten oftmals hohen Risiken durch falsche oder unangemessene, wirkarme, wirklose oder gar kontraindizierte Therapien ausgesetzt. Auf die möglichen Gefahren dieser gegenwärtigen medizinischen Behandlungspraxis für Patienten weist auch Gerd Antes, Professor für Biometrie in Freiburg in der Januar-Ausgabe von "Technology Review" hin: "Nimmt man all die Indizien zusammen, die wir heute haben, um das Ausmaß der Verfälschung abzuschätzen, dann liegt der Schluss nahe, dass die Ärzte ihre Patienten im Blindflug behandeln."




 

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Armutsgefährdung in Deutschland
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Nach einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes von vergangener Woche waren im Jahre 2007 in der Europäischen Union durchschnittlich 17 Prozent, also knapp ein Fünftel der Bevölkerung armutsgefährdet. Dieser Anteil entspricht insgesamt rund 85 Millionen Menschen. Auffällig hohe Armutsgefährdung weisen osteuropäische und die baltischen Länder auf. Am höchsten war die Armutsgefährdung in Lettland. Im Jahr 2007 waren dort 26 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, gefolgt von Rumänien mit 23 Prozent, Bulgarien mit 21 Prozent, sowie Litauen mit 20 Prozent. Dieselbe Armutsgefährung weisen auch die durch das parasitäre Zinssystem, und der diesem dienstbaren kriminellen und/oder unzurechnungsfähigen nationalen wie europäischen Finanz- und Wirtschaftspolitik derzeit systematisch in den Ruin getriebenen Länder Griechenland und Spanien auf. Dort ist somit jeder Vierte ganz akut von Armut betroffen oder bedroht.

In Deutschland lag die Armutsgefährdung in diesem Jahr noch im mittleren Bereich aller EU-Staaten. 15 Prozent aller Menschen in Deutschland waren von Armut betroffen oder bedroht. Der Schwellenwert für die Bemessung der Armutsgrenze lag im Jahr 2007 bei 10.953 Euro jährlich, und somit bei knapp 913 Euro monatlich. Auffällig ist hierbei, dass in den Ländern, die politisch und ökonomisch mit Deutschland vergleichbar sind, die Armutsquoten zumeist niedriger als in Deutschland waren. Die niedrigsten Quoten hatten die Niederlande mit 11 Prozent und Österreich, Dänemark und Schweden mit jeweils 12 Prozent zu verzeichnen. Auch in Frankreich und Luxemburg mit jeweils 13 Prozent, sowie in Finnland mit 14 Prozent fielen die Quoten moderater aus als in Deutschland.

Verantwortlich dafür ist die in Deutschland in puncto Menschenfeindlichkeit und machtpolitischer Willkür beispiellose Sozialgesetzgebung. Durch die sog. Hartz IV-Gesetze werden unmittelbar Erwerbsarbeitslose in bisher nie dagewesenen Ausmaß entwürdigt, bevormundet, aus der Gesellschaft ausgegrenzt und in Armut getrieben. Darüber hinaus betrifft diese Gesetzgebung jedoch die gesamte Gesellschaft in einem ruinösen Ausmaß. Neben der machtpolitisch kalkulierten und organisierten Polarisierung und Aufhetzung der Menschen gegeneinander, sorgen die Hartz IV-Gesetze insbesondere dafür, dass Löhne und Arbeitsbedingungen in rasantem Ausmaß abnehmen, bei gleichzeitig zunehmender Unterwürfigkeit und Ängstlichkeit der potenziell betroffenen Menschen.
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