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Der bürgerliche Feudalismus – Vom Arbeitskult zum Lohnkult PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Samstag, den 15. Januar 2011 um 23:56 Uhr

Erwerbsarbeit bildet die moderne Form der Leibeigenschaft, also den Feudalismus der bürgerlichen Moderne. Er kommt besonders in der Geisteshaltung der zur Erwerbsarbeit abgerichteten Menschen zum Vorschein. In der Überzeugung nämlich, dass Erwerbsarbeit der eigenen Versorgung durch Einkommen als Entlohnung diene. Das Dogma der Eigenversorgung ist ein Relikt aus Zeiten einer agrarisch geprägten Ständegesellschaft.

Das Dogma von der Ent- bzw. Belohnung von Erwerbsarbeit gehört zu den zentralen ideologischen Machtinstrumenten, mit denen Menschen gefügig gemacht und an die Produktivitätsmechanismen einer Herrschaftsordnung gebunden werden. Die Unterwerfung geschieht subtil, aber auf die perfideste Weise: Durch emotionale Manipulation durch Schuld und Abhängigkeit, mit dem Ergebnis geistig-emotionaler Zerrüttung.
 
Mit der Folge einer Schizophrenie, die von der in das etablierte Machtgefüge eingebetteten Lohnarbeitspsychatrie nicht diagnostiziert wird und nicht diagnostizierbar ist, weil sie einen Normalzustand bildet. Weil sie eine der Grundvoraussetzungen für das Funktionieren des Menschen in den ökonomischen Produktionsprozessen der Moderne ist. Beide Dogmen, sowohl das von der Eigenversorgung, wie auch das der Arbeitsbelohnung, des Leistungsausgleichs, bilden das ideologische Fundament einer Massenpsychose, die das bürgerliche Erwerbsarbeitssystem prägt und trägt.
 

 
 
Die Schizophrenie des Arbeitskultes

Beide Dogmen sind letztlich Ausdruck, Ursache wie Folge, einer geistig-psychischen Zerrüttung des Menschen, die zur Ausprägung einer autistisch-schizophrenen Psyche führt, die notwendig ist für das Funktionieren in der ökonomischen, wie auch darum aufgebauten bürokratischen Maschinerie, und dementsprechend heute weitestgend als "soziale Kompetenz" definiert wird.

Die Schizophrenie der Annahme und Suggestion von Löhnen und Einkommen als Belohnungen prägt sich besonders in Geisteshaltungen aus, die Leistungsbeziehungen nur noch in Ausgleichsansprüchen und persönliche Motivationen, insbesondere im ökonomisierten Rahmen, nur noch durch stimulierende Ausgleichsanreize, meist durch Geld, wahrnehmen und sich selbst als Individuum damit letztlich als käuflich, auf ein reines Reiz-Reaktions-Schema reduziert und von tiefen Schuldkomplexen erfüllt definieren.

Die Schizophrenie der Geisteshaltung der Eigenversorgung besteht darin, dass die moderne Leibeigenschaft der Erwerbsarbeit auf dem gegenteiligen Prinzip, nämlich dem der Fremdversorgung beruht. Denn jedes Einkommen, das aus und mittels Erwerbsarbeit gewonnen wird, musste vorher durch reale Wertschöpfung generiert werden und in die Produktivität wandern.

Die Menschen leben und arbeiten in einer von Fremdversorgung bestimmten Welt, denken aber in Kategorien der Eigenversorgung, und werden vornehmlich durch diese zum arbeiten dressiert und angetrieben. Diese Schizophrenie ist Ausdruck einer inneren Entfremdung von Handeln und Denken des Menschen. Sie ist systeminduziert, machtpolitische Notwendigkeit, ein Herrschaftsinstrument: Sie hält den Menschen als von sich selbst und seiner Umwelt entfremdetes Nutzvieh in der Hamsterrolle ökonomischer Produktivität.


Die Fremdversorgungsökonomie: Produktivität durch Wertschöpfung

Die Einkommensversorgung durch Erwerbsarbeit, und mit ihr jeder einzelne Erwerbsarbeitnehmer, ist davon abhängig, dass die Gesellschaft als ganzes in jeweils ausreichender Weise ihre Nachfrage durch Konsum verwirklicht. Und damit Gewinne ermöglicht, die in die Produktivität, und somit auch in Erwerbseinkommen fließen können. Die moderne, arbeitsteilige, Wertschöpfungsbasierte Ökonomie ist eine Fremdversorgungsökonomie.

Zu realer Wertschöpfung zählen in diesem Sinne auch Investitions- oder Kreditkapital, da sie Nachfrage, in diesem Falle nach Produktivität, darstellen. Und weil jede Nachfrage nach Produkten eine zumindest teilweise (Re-)Investition in die Produktivität darstellt. Eine potenzielle Investition, die durch Konsum zu einer realen wird. Darin kommen zwei weitere zentrale Denkfehler bzw. auch Täuschungsaspekte der gegenwärtigen ökonomischen Herrschaftsordnung zum Vorschein.

Denn zum Einen entsteht Geldkapital eben nicht im Produktionsprozess, sondern fließt erst durch Konsum und/oder Investition in diesen hinein. Zum Anderen ist das sich daraus abschöpfende Einkommen keine Belohnung, sondern eine Ermöglichung von Produktivität. Es ist eine (Re-)Investition in die Produktivität. Einkommen steht am Anfang der Produktivität, nicht erst am Ende als vorgeblich verdienter Lohn für geleistete Mühen in der Produktionsmaschinerie.

Einkommen muss am Anfang stehen, denn sonst ist Produktivität nicht möglich. Denn ohne Einkommen ist weder Konsum, noch Investition möglich. Sowohl menschliche, wie auch maschinelle Arbeitskraft muss konsumieren, muss Energie aufnehmen, um funktionieren zu können. Das ist die kalte Rationalität ökonomischer Funktionalität. Ohne moralistische Verstellung und Täuschung zeigt sie klar und deutlich auf, dass Einkommen am Anfang von Produktivität in einem ökonomischen Rahmen steht.

Einkommen aber als Entlohnung zu denken, ist nicht nur Ausdruck einer schizophrenen Moraldoktrin, die Menschen geistig zerrüttet und unterwirft, sondern auch ökonomisch irrational und fatal. Sie trägt das feudale bürgerliche Produktionssystem, das Menschen zur Erwerbsarbeit, zu sich selbst verwertenden Leistungseinheiten in einer ökonomischen Produktionsmaschinerie abrichtet.

Diese wiederum wird von einem Herrschaftsapparat getragen, der seine Machtausübung über Menschen im Wesentlichen auf deren Vereinnahmung durch die Produktionsmaschinerie und deren ökonomische Verwertungsmechanismen gründet. Um diese Machtstrukturen zu erhalten und auszubauen, muss auch der nötigende Druck auf Menschen zur Selbstverwertung aufrecht erhalten und verstärkt werden.

Je mehr und umso mehr Menschen durch Erwerbsarbeit beschäftigt und belastet werden, umso weniger werden sie anschließend zu politischer Teilhabe und Gestaltung befähigt sein. Auf diese Weise entsteht und verfestigt sich Herrschaft: Eine hierarchisch-elitäre, den einzelnen Menschen moralistisch und ökonomisch nötigende, bevormundende und letztlich zwangskollektivierende Gesellschaftsordnung, als diametraler Gegensatz zu einer freiheitlichen Gesellschaft.

 

 

 

 

 

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