22.02.2019
  
Verwandte Beiträge
Teilen
bitly|a simple URL shortener
Echte Demokratie Jetzt!
Atomkraft? Nein Danke
Springer-Nazi-Schmiere
Global Change Now
Aktionen
Alice im Wandelland
 
Wir treten zurück
 
Barakas Netzgeflüster
Warnungen

   Unwettergefahr

 

   © Deutscher Wetterdienst, (DWD)
Wetter
Köln
0°C
Köln °C | Niederrhein °C | Dresden °C | München °C | Berlin °C | Karlsruhe °C | Bremen °C | Frankfurt °C | Münster °C | Kiel °C | Ostfriesland °C | Auckland °C | Christchurch °C | Wellington °C | Aberdeen °C | Cardiff °C | Bristol °C | Coventry °C | London °C | Amsterdam °C | Brüssel °C | Wien °C | Zell am See °C | Venedig °C | Treviso °C | Rom °C | Paris °C | New York °C | Los Angeles °C | Boston °C | Emmonak (Alaska) °C | Südpol °C
[Details]
Barakas Netzgeflüster
Wer ist online
Wir haben 37 Gäste online
banner-klein
Landtagswahlen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Montag, den 28. März 2011 um 10:10 Uhr

Am Sonntag gingen bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg erneut die Nichtwähler als stärkste Fraktion hervor. Wie am vergangenen Wochenende in Sachsen-Anhalt wurde damit nun auch in zwei weiteren Bundesländern der Parteienstaat erneut abgewählt. In Baden-Württemberg lag die Wahlbeteiligung bei 66,2 Prozent. In Rheinland-Pfalz war sie noch niedriger bei 61,8 Prozent.

Während sie in RP im Vergleich zur letzten Landtagswahl 2006 nur geringfügig angestiegen war, hat in BW dagegen eine Steigerung um fast 13 Prozentpunkte stattgefunden. Sowohl die in den letzten Wochen aufgeflammte Atomdebatte, als vor allem aber auch der Streit um das Bahnprojekt "Stuttgart 21" dürften hier eine zwar immer noch sehr niedrige, aber deutlich regere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren gesorgt haben. Zudem machte dies dem Amtstreiben des bisherigen CDU-Ministerpräsidenten Mappus ein Ende.

Zwar ist die CDU in BW nominell als stärkste Kraft hervorgegangen, doch verpasste sie knapp eine parlamentarische Mehrheit. Zum einen brach der Koalitionspartner FDP ein. Die Neoliberalen verloren im Vergleich zur letzten Landtagswahl 5,4 Prozentpunkte und konnten nur mit Mühe und Not noch die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Mit 5,3 Prozent nach vorläufigem amtlichen Endergebnis für die FDP und 39 Prozent für die CDU bleibt damit beiden Parteien nur noch ein Platz in der Opposition.

Als eigentlicher Wahlsieger können sich die Grüne fühlen – sofern man die niedrige Wahlbeteiligung außen vor lässt. Mit 24,2 Prozent schneiden die Grünen besser ab als ihr voraussichtlicher Koalitionspartner SPD mit 23,1 Prozent, und werden damit wohl den neuen Ministerpräsidenten stellen. An der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten die Linke mit 2,8 Prozent und die Piraten mit 2,1 Prozent.

In Rheinland-Pfalz wurde die SPD unter den abgegebenen Wählerstimmen stärkste Kraft, verlor aber ihre absolute Mehrheit. Die Hartz IV-Partei verlor fast 10 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Landtagswahl und kommt nun auf 35,7 Prozent. Damit liegt sie zudem nur knapp vor der CDU, die 35,2 Prozent der Stimmen erhielt. Heimlicher Wahlgewinner sind auch hier die Grünen, die sich um 10,8 Prozentpunkte verbesserten und nun 15,4 Prozent aller Stimmen erhielten und als möglicher Koalitionspartner der bisher allein regierenden SPD in Frage kommen.

Auch in RP scheiterte die Linke an der Fünf-Prozent-Hürde. Sie erhielt 3 Prozent der Stimmen, mit leichten Gewinnen von 0,4 Prozentpunkten. Eingebrochen ist dagegen auch hier die FDP. Sie verlor fast 4 Prozentpunkte an Zustimmung und scheiterte mit 4,2 Prozent ebenfalls an der Fünf-Prozent-Hürde. Eigentliche Wahlsieger sowohl in RP als auch in BW sind aber die Nichtwähler, die dem Parteienstaat als Ganzes die Zustimmung verweigerten.

In Rheinland-Pfalz liegt der Anteil der Nichtwähler bei 38,2 Prozent, während SPD und CDU jeweils etwas mehr als 35 Prozent der Stimmen erhielten. Noch deutlicher wird die Diskrepanz bei Betrachtung der absoluten Zahlen: 1,18 Millionen Menschen verweigerten dem Parteienstaat die Zustimmung. Lediglich jeweils um die 660.000 Menschen gaben dagegen den stärksten Fraktionen SPD oder CDU ihre Stimme.

Auch in Baden-Württemberg sieht es nicht anders aus: Hier stehen 2,5 Millionen Nichtwähler lediglich 1,9 Millionen Wählern der stärksten Fraktion CDU gegenüber. Die Grünen kommen im Vergleich noch auf knapp 1,2 Millionen Wählerstimmen, die SPD auf etwas über 1,1 Millionen. Dementsprechend lässt sich aus diesen Wahlergebnissen keine demokratische Legitimation dieser Parteien ableiten.

Am wenigsten zur Ausübung von Herrschaft, die per se und per definitionem das Gegenteil von Demokratie ist, in der Politiker lediglich Repräsentanten und Ausführende des gesellschaftlichen Willens, aber nicht dessen bevormundende Bestimmer sind. Der Liberalismus hat dieses originäre Demokratieprinzip jedoch ausgehöhlt und ins Gegenteil verkehrt, und einen nicht-demokratischen Parteienstaat inthronisiert.

Dieser legitimiert politische Machtansprüche ausschließlich über Mehrheiten aus den abgegebenen Stimmen, missachtet dabei aber den gesamtgesellschaftlichen Willen. Allein aus dem Grund, dass sich prozentuale Mehrheiten der Bevölkerung durch das gegenwärtige Parteiensystem nicht repräsentiert führen, wird jede Behauptung und Beanspruchung einer demokratischen Grundordnung des deutschen Parteienstaates durch die sich durch diesen legitimierende Politik obsolet.

 

 

 

 

 

 
Lohnarbeit macht krank

Laut Therapeuten sind in Deutschland immer mehr Arbeitnehmehmer aufgrund ihrer Erwerbsarbeit von sogenannten psychischen Erkrankungen betroffen. Nach Angaben der Bundestherapeutenkammer haben sich die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen seit 1990 verdoppelt. So heißt es in einer nun veröffentlichten Studie, dass inzwischen knapp elf Prozent aller Fehltage auf psychische Erkrankungen zurück gehen. Der starke Anstieg ist jedoch überwiegend rein statistischer Natur und korreliert vielmehr mit der Zunahme der Diagnosen von psychischen Erkrankungen.

Diese wiederum basiert allerdings weniger auf verfeinerten diagnostischen Methoden als zunächst einmal nur einem allgemeinen Trend innerhalb der Schulmedizin, die von kapitalistischen Profitinteressen getrieben, inzwischen auch im Bereich der Psychatrie und Psychotherapie verstärkt einen äußerst lukrativen Absatzmarkt entwickelt hat. Dabei profitiert die Schulmedizin insbesondere von den herrschenden sozioökonomischen Verhältnissen, die Menschen im Rahmen der gegenwärtigen kapitalistischen Produktionsprozesse überwiegend auf reine Nützlichkeits- und Verwertbarkeitsfunktionen reduziert und dabei von natürlichen individuellen, sinnstiftenden Lebensrealitäten entfremdet.

Die ebenfalls diesen Prozessen, gemäß den etablierten kapitalverwertenden Gesellschaftstrukturen unterworfene Schulmedizin, verstärkt diese Verhältnisse tendenziell, da sie dementsprechend vorwiegend von Krankheiten bzw. Diagnosen, und nicht etwa von gesunden Menschen lebt. Selbst von gesunden Menschen lebt sie dabei nur in dem Maße, in dem sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut behandlungsbedürftig, und somit profitabel werden. Der schulmedizinische Trend hin zu sogenannter Psychosomatik und psychischen Erkrankungen zeigt sich am deutlichsten in der erfundenen und in den vergangenen Jahren etablierten Pseudodiagnose "Burn out", die in früheren Jahren noch als leichte oder mittelschwere Depression bezeichnet wurde. Die Geschichte der Schulmedizin ist stets auch eine Geschichte der Umdefinition, Modifizierung und Neuerfindung von Symptomatiken und Krankheitsbildern.

Im Bereich psychischer Erkrankungen weist auch die Bundestherapeutenkammer abgeschwächt bzw. verfälscht darauf hin, indem sie darlegt. dass etwa die zunehmenden Diagnosen von psychischen Erkrankungen heute eher erkannt werden würden als früher. Laut Kammerpräsident Rainer Richter etwa seien psychische Erkrankungen jahrelang übersehen oder nicht richtig diagnostiziert worden. Dies ist bis zu einem gewissen Grad zutreffend, liegt aber im Besonderen auch daran, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung ein innerhalb der Schulmedizin, aufgrund kapitalistischer Interessen erst in den letzen Jahren gezielt verstärkter Trend ist.

Positiv ist die Studie über die Häufigkeit der heute offiziell diagnostizierten psychischen Erkrankungen aber gerade und trotz alledem in der Hinsicht, dass sie diese wichtige, nicht zu unterschätzende Tatsache ins Licht der Öffentlichkeit rückt: Dass Lohnarbeit nicht nur körperlich, sondern auch psychisch krank macht. Nebenbei versucht die Studie auch die Ursachen dieses Umstandes zu ermitteln, geht dabei jedoch nicht in die Tiefe der Betrachtung gegenwärtiger fundamentaler Gesellschaftsstrukturen. Durchaus kann sie aber den Weg zu einer kritischen Betrachtung der derzeit noch recht zagaft und wenig hinterfragten und erkannten krankmachenden, weil unnatürlichen Lebensumstände ebnen, denen die Menschen durch die sogenannte moderne Ökonomie der Kapitalverwertung ausgeliefert sind.

Weiterlesen...
Beiträge
März 2011

 

 

 

 
Februar 2011



 
Meist gelesen
Beiträge
Januar 2011

 

 

 
Dezember 2010

 

 

 
November 2010

 

 

 

 
Oktober 2010

 

 

 
September 2010

 

 

 
August 2010