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Grundeinkommen: Vom Teilhabebedürfnis zum Teilhaberecht PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 24. Juni 2011 um 21:01 Uhr

Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine obrigkeitsstaatliche Almosenzahlung, sondern die rechtsstaatliche Teilhabe jedes einzelnen Menschen am gesamtgesellschaftlichen Wohlstand, sowie am ökonomischen, kulturellen und politischen Leben. Es ist Ausdruck und Realisation der unantastbaren und unveräußerbaren Teilhabebedürfnisse des Einzelnen, der prinzipiellen, grundsätzlichen Teilhabebedürfnisse des Menschen an sich.

Diese fundamentalen menschlichen Teilhabebedürfnisse umfassen das Bedürfnis zu Leben, zur individuellen wie gesellschaftlichen Gestaltung dieses Lebens und zur gemeinsamen, gleichwertigen und gleichberechtigten Teilhabe an diesem Leben und dessen Ausgestaltung. Die Teilhabebedürfnisse des Menschen entspringen den Teilhabefähigkeiten des Menschen und bilden diese als Antrieb zur schöpferischen Gestaltung des Lebens und zur gegenseitigen Anteilnahme an dieser Lebensgestaltung ab.

Das bedingungslose Grundeinkommen verwirklicht die Existenz- und Teilhabefähigkeit jedes Menschen. Es verwirklicht die menschliche Anerkennung und Gestaltung des Lebens in all ihrer Unterschiedlichkeit und Gleichwertigkeit in Form eines unantastbaren und unveräußerbaren, und daher bedingungslosen Existenz- und Teilhaberechtes. Es bringt damit eine völlig neue, bisher noch nie realisierte Form und Verständnis von Freiheit hervor.

Nämlich eine humane, am einzelnen Menschen, an seiner Vernunft, an seiner Verstandes- und Gewissensbegabung orientierte Freiheit. Eine Freiheit, die als Einklang von individuellem Willen und Gemeinwohl, von Teilhabebedürfnis und Teilhabefähigkeit verstanden wird. Ein Einklang, der sich aus den Grundbedürfnissen und Grundfähigkeiten des Menschen ableitet, und nicht autoritär, moralistisch, gewaltsam aufoktroyierbar ist.

Sondern der sich als Vernunft, Humanität, Gemeinwohl darstellt, das sich am einzelnen Menschen, an seinem Nachfrage- und Teilhabebedürfnis orientiert. Und dessen Realisation als Nachfrage- und Teilhabefähigkeit im individuellen, wie im sozialen Rahmen, eine vernünftige, humanistische Form der Freiheit darstellt. Eine Freiheit, die sich vor nichts und niemandem rechtfertigen und legitimieren muss.

Am allerwenigsten vor rassistischen, misanthropen Weltanschauungen und ihren doktrinären, repressiven Moralismen, in welchen der Mensch nichts weiter als Nutzvieh und Untertan ist. Nichts weiter als ein seelenloses, dressierbares Reiz-Reaktions-Wesen, eine programmierbare Maschine. Ein permanent bevormundetes und angetriebenes Wesen, das nur unter anregenden Reizen, sowie durch Gewalt und Zwang funktioniert, gehorsam und funktionsfähig ist. Eben reines, mechanisiertes Nutzvieh, ohne eigene Antriebe und Bedürfnisse.

Unter diese faschistische und totalitäre Geisteshaltung, die sich im liberalen Kontext als „freiheitlich“ und „bürgerrechtlich“ maskiert, und die in der gegenwärtigen liberalen Wohlstandsgesellschaft grassiert wie eine Pest, zieht ein (echtes) bedingungsloses Grundeinkommen einen radikalen Schlussstrich. Es ist nicht nur moralisch und ökonomisch notwendig wie konsequent, sondern auch politisch und weltanschaulich.

Das Ziel einer vernünftigen, humanen, moralischen Wirtschafts- und Sozialordnung muss ein Verständnis und eine Realität von Freiheit, und damit auch Gleichheit sein, die nicht länger weltanschaulich-moralistisch pervertiert und entstellt und durch solche Perversionen wie den Liberalismus und dessen rassistisches Freiheits- und Demokratiesurrogat ersetzt wird.

Das Ziel muss eine humanistische Vision und Form der Freiheit und ihre politische Realisation sein. Der Weg dahin heißt Bedingungsloses Grundeinkommen. Der Weg dahin heißt Bedarfs- und Ressourcen- und Kulturorientierte Teilhabegesellschaft. Anstelle eines autoritär alimentierenden und moralisch bevormundenden Obrigkeitsstaates. Anstelle einer totalitären Zwangsarbeitsgesellschaft und Zwangsgemeinwohlökonomie.

Wie die humane Freiheit sich am einzelnen Menschen orientiert, hängt das Erreichen dieser Freiheit und ihrer politischen Realisation, der Demokratie, einzig und allein vom einzelnen Menschen, von jedem einzelnen Menschen ab. Und dies zudem jeden Tag auf's Neue. Es hängt von seinem Bedürfnis nach Teilhabe ab. Von einem Grundbedürfnis, das nicht länger herrschaftlich, totalitär und rassistisch entstellt und missbraucht wird, sondern eine vernünftige und humane Grundlage verlangt und sich eine solche deswegen selbst erschafft. Ein bedingungsloses Grundeinkommen.


 

 

 

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Das Bedingungslose Grundeinkommen: Psychologische Aspekte

Unter dem Titel "Die Re-Humanisierung der Gesellschaft?" erläutert der Psychologe Prof. Theo Wehner die psychologischen Aspekte des Bedingungslosen Grundeinkommens. Wehner erforscht als Arbeits- und Organisationspsychologe u.a. auch menschliche Tätigkeitsmotive. Das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens erscheint ihm dabei weniger utopisch als der moderne Mythos von der Vollbeschäftigung. Das gesamte Interview gibt es hier als pdf-Datei zum Lesen und Herunterladen. Im Folgenden drei kurze Auszüge aus dem Interview, das letztes Jahr in der Dezember-Ausgabe der schweizerischen Fachzeitschrift "Psychoscope" erschien.


"Seit 1970 erhöht sich die Zahl der Güter und Dienstleistungen, die wir pro Stunde zu produzieren in der Lage sind, jährlich um ca. 2,6 Prozent. Dies entspricht einer Verdoppelung der Produktivität in 27 Jahren! Berücksichtigt man zusätzlich die Arbeitslosenquote – in der Eurozone liegt sie bei 9,4 Prozent – und nimmt zur Kenntnis, dass sich durch die Globalisierung das Angebot an Arbeitskräften auf ca. 3 Milliarden erhöht hat, so ist Vollbeschäftigung – wenn man einmal von sittenwidrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens (bGE)."

"Abgesehen von der erstaunlichen Unwissenheit darüber, was Kommunismus tatsächlich bedeutet, nämlich die Freiheit des Einzelnen gerade nicht zu stärken und ihn in den Arbeitsdienst zu schicken, und abgesehen davon, dass auch einige bGE-Mitstreiter von einer «capitalist road to communism» sprechen, geht es bei der Auseinandersetzung nicht um Verteilungsprobleme oder um den Besitz von Produktionsmitteln; es geht vielmehr um ein Menschenrecht, nämlich jenes der Existenzsicherung jenseits der Notwendigkeit zur Lohnarbeit. So wie wir mit dem Eintritt in die Gesellschaft die Bürgerrechte bedingungslos bekommen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkommen, bedingungslos und über der Armutsgrenze liegend, jedem Bürger und jeder Bürgerin gewährt wird."

"Versetzen wir uns gedanklich in die Zeit des bGE, so würde ich vermuten, dass Psychologinnen und Psychologen nicht mehr nur im Dienste der Selektion, Qualifizierung und Eingliederung in den Erwerbsarbeitsprozess sowie der Reparatur von negativen Auswirkungen durch Erziehung, Schule und Arbeit, sondern im Dienste der Selbstverwirklichung und in der Umsetzung von Kriterien «guter Erziehung, Bildung und Arbeit» tätig sein würden; ob dazu der Mainstream momentaner Variablenpsychologie taugt, ist allerdings zu bezweifeln! Vieles an Forschung, womit heute «Impact» erzielt werden kann, würde in Zeiten des bGE u.U. keinerlei Eindruck mehr machen; es würde vielmehr deutlich, wie sehr ein Grossteil heutiger Forschung als Lohnarbeitspsychologie zu kennzeichnen wäre."

 

 

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