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Pro Stuttgart 21: Vom Faschismus zum Extremismus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Dienstag, den 06. September 2011 um 13:04 Uhr

Wer ein wenig die in Internet-Kommentaren zur Schau gestellte Mentalität der Stuttgart 21-Befürworter kennt, kann von deren Aktion, die Zerstörung der K21-Ausstellung in der vergangenen Woche, nicht überrascht sein. Im Denken und Sprechen der Befürworter des Milliardengrabes zeigt sich stets und massiv ein besinnungsloser Menschenhass, getragen und durchtränkt von totalitärer und (sozial-)rassistischer Vernichtungsrhetorik.

Die Aktion bestätigt dies letztlich nur, dass es sich bei den Befürwortern von Stuttgart 21 um radikale Extremisten handelt. Im modernen Sprachgebrauch sind sie letztlich nichts anderes als „Faschisten“. Da es sich dabei meist nur um eine linke Totschlagskeule handelt - oft einfach synonym für totalitär gebraucht -, muss dies freilich genauer erläutert werden.

Dabei braucht man sich natürlich nur an die gesellschaftliche Ordnungen des historischen Faschismus zu halten, der sich bisweilen auch selbst explizit so genannt hat. Genauer gesagt, muss man dabei die für das Funktionieren dieser Gesellschaftsordnungen bestimmenden Charakterzüge betrachten. Die Charakterzüge der Mitläufer, der Ja-Sager, der Kopfnicker und Armheber, und all jener, die nichts sahen, nichts hörten, nichts wussten.

Derselbe Charaktertypus feiert auch in den gegenwärtigen Parteienstaaten und in der über diese entspannten Wirtschaftsdiktatur Hochkonjunktur, ist elementar für dessen Bestehen. So liegt es also nahe, derartige Personen als Faschisten zu bezeichnen, und diese Bezeichnung damit mehr sein zu lassen, als nur Diffamierung oder Provokation. In erster Linie ist „Faschist“ also vielmehr eine politische Charakterbeschreibung.

Nämlich für die Mitglieder der schweigenden Mehrheit, für die Mitläufer, Ja-Sager, Untertanen, die zu allen Zeiten das Aufblühen und Marodieren von politischer, herrschaftlicher Willkür, Polarisierung, Gewalt und Terror möglich gemacht haben. Faschisten sind letztlich nichts anderes als Untertanen, deren Unterwürfigkeit vor allem ihre Minderwertigkeits- und Schuldkomplexe kompensiert, und dabei Ängste und Paranoia bis zum Abwinken gebiert.

Und zwar durch die Identifikation mit einer Obrigkeit und einem System, das sie sozial privilegiert, bzw. dies suggeriert. Die Befürworter von Stuttgart 21 weisen geradezu als Paradebeispiele die klassischen Merkmale einer solchen faschistischen, also masochistisch-sadistischen oder devot-autoritären Charakterstruktur auf. Die also gewissermaßen schizophren geprägt ist von Unterwürfigkeit und Opferkult bei gleichzeitiger Aggressivität und Herrschsucht.

Ebenso weist etwa auch die Stuttgarter Polizei diese Charaktermerkmale auf, wenn sie sich öffentlich als Opfer hinstellt, obgleich sie es ist, die unentwegt provoziert und schikaniert, und sich zum hooliganisch-militaristischen Stiefellecker und Handlanger des Großkapitals macht. Klassische Faschisten also, wie die Befürworter von Stuttgart 21 oder die Protegés von Staat und Großkapital in Polizei und Justiz, zeigen die klassischen Symptome eines masochistisch-sadistischen Verhaltens.

Masochistisch, also devot und opferkultisch sind sie der Obrigkeit und den diese Obrigkeit legitimierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen ergeben. Sadistisch, also radikal und totalitär äußert sich dies in ihrem Verhalten gegenüber anderen Menschen, die ihnen in ihrer Obrigkeits- und Systemhörigkeit nicht folgen.

Autoritär und totalitär sind sie ihrer besinnungs- und gewissenlosen Identifikation mit einer sozialdarwinistischen, sie (vermeintlich) privilegierenden Obrigkeit. Anhand dieser Obrigkeit und der mit dieser verknüpften eigenen Pfründe erfahren sie stellvertretend eine gesellschaftliche Bedeutung – Ansehen und Macht –, womit sie ihre Minderwertigkeitskomplexe und ihre von diesen unentwegt befeuerten Ängste kompensieren, gleichzeitig aber immer auch bestätigen und füttern.

Getrieben wird der Menschenhass und der Sozialdarwinismus der S21-Befürworter also letztlich von nackter Angst. Nämlich von der Angst, ihre Privilegien, ihren Wohlstand, ihren Besitzstand, ihren sozialen Status zu verlieren. Diese Angst, gesteigert ins Wahnhafte, in eine Angst vor der Welt, vor dem Leben, vor überall lauernden Gefahren und Feinden, bildet das grundlegende, tief sitzende Lebensgefühl des Faschisten, und konkret des Stuttgart 21-Befürworters. Es ist die Grundlage jedes rassistischen, und damit letztlich auch faschistischen Welt- und Menschenbildes.

Das Besitzstandsdenken ist dabei auf's Engste mit der Ergebenheit unter eine besitzstandsgarantierende, sozialdarwinistische Obrigkeit und das dementsprechend wirtschaftstotalitäre System hinter dieser Obrigkeit verbunden. Diese Verbindung beruht auf dem Hunger nach stellvertreterlich empfundener und empfangener Macht und Stärke, unmittelbar manifestiert eben in Besitzstand und sozialem Status.

Den Großteil moderner Faschisten, wie etwa die Stuttgart 21-Befürworter, stellt das besitzstandswahrende Wohlstandsbürgertum. Sie sind weitestgehend auch identisch mit der schweigenden Mehrheit. Auch der Terror der radikalisierten Vertreter dieser Besitzstandswahrer wird stets nur im Hinter- und Untergrund, aus der Anonymität und im Verborgenen heraus verübt.

Dieser klassische Faschist des Wohlstandsbürgers ist besessen von der Ideologie bzw. dem psychisch-kognitiven Affekt, durch völlige Unterwerfung unter eine sozialdarwinistische, besitzstandsgarantierende Obrigkeit und ein entsprechendes Gesellschafts- bzw. Staats- und Wirtschaftssystem („Besitzstandssystem“), mit Besitzstand auch an Besitzstand und Privilegien, an damit einhergender Macht, am Ansehen und der (Schein-)Würde dieser Obrigkeit teilzuhaben.

Der eigene Besitzstand und soziale Status sind für den Faschisten die Kompensation seiner masochistischen Unterwürfigkeit und opferkultischen Leidenssucht. Zugleich dienen sie als Surrogat einer sozialen und politischen Stellung und Macht, die er sich durch seine Unterwerfung gleichermaßen suggeriert wie ad absurdum führt.

Denn er wird diese Macht, den angestreben Herrenmenschen-Status, nie erreichen, und will es eigentlich aber auch gar nicht. Eben weil der affektive, triebhafte Urgrund des faschistischen Machtstrebens die Unterwerfung, die Selbstaufgabe, das leidende Opferdasein ist. Der Faschist ist letztendlich immer ein Untertan. Alles, was ein Faschist tut, oder nicht tut, dient etwas Höherem, Größerem, dem sich der Faschist mit Haut und Haaren verschrieben hat.

Der Faschist ist ein Untertan, der nicht geknechtet wird, sondern sich selbst knechtet, und diese Selbstknechtung moralisiert, d.h. sowohl politisch in eine sozialdarwinistische Gesellschafts- und Staatsordnung, als auch unmittelbar mystifiziert in einen epischen Kampf des Guten gegen das Böse, des Höherwertigen gegen das Minderwertige, des Wohlhabenden gegen den Minderbemittelten, des Anständigen, Angepassten gegen den Wutbürger, den Chaoten stellt.

Daraus kann letztlich zwangsläufig nur Gewalt und gesellschaftliche Spaltung entspringen. Derart zerrissene und zerrüttete Gesellschaften sind klassische faschistische Gesellschaften. Genau dies gilt ausnahmslos für alle bürgerlich-liberalen Gesellschaften, also Parteienstaaten, die sich als „Demokratie“ ausgeben. Denn deren moralistischer Kern ist das bürgerliche Arbeits- und damit auch Besitzstandsethos.

Das liberale Kerndogma, das sich im Dritten Reich über Konzentrationslagern wie Auschwitz als „Arbeit macht frei“ manifestierte, und im gegenwärtigen Nachkriegsliberalismus etwa als „Aufstieg durch Leistung“ in Erscheinung tritt. Angesprochen wird damit letztlich primär ein masochistisch-sadistisches Verhaltensethos, das also zur Charakterstruktur eines Faschisten grundlegend kompatibel ist.



 

 

 

 

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