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Neues aus dem Schildbürgerland: Von Schluckspechten und Nazis PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Baraka   
Mittwoch, den 07. September 2011 um 22:45 Uhr

Der nächste Schildbürgerstreich eines Politclowns, wenn nicht sogar des Politclowns schlechthin: FDP-Schluckspecht Rainer Brüderle versuchte am Beispiel von Pflanzen zu begründen, warum die Wirtschaft wachsen müsse. Was nicht wachse, sterbe, fantasierte der Schluckspecht. Damit also die Wirtschaft nicht sterbe (wie schrecklich!), müsse sie wachsen.

Der neoliberale Schluckspecht Brüderle ist laut seiner Vita 66 Jahre alt. Bei einem also wenigstens physisch einigermaßen normalen Reifungsvorgang hätte er vor rund 46 Jahren aufhören müssen zu wachsen. Das wäre die naheliegendste Betrachtungsweise gewesen – aber zu einer wahnhaften Denk- und Glaubensstruktur gehört eben auch eine ausgeuferte dissoziative Wahrnehmung.

Die Folge ist dann letztlich eine Realitätsfremdheit, die jene abgrundtiefe Unzurechnungsfähigkeit ausmacht, wie sie für Politiker im liberalen Parteienstaat nicht nur charakteristisch, sondern regelrecht zwingend notwendig ist, um im obrigkeitsstaatlichen Parteien- und Verwaltungsapparat überhaupt Karriere machen zu können.

Die Unzurechnungsfähigkeit des neoliberalen Schluckspechts Brüderle verhinderte nicht nur seine nüchterne (sic!) Selbstbetrachtung, sondern führte zugleich auch noch zu einem absonderlichen Ausflug in die Flora und Fauna. Wer weiß, wann Brüderle zuletzt mit Pflanzen, oder überhaupt mit irgendetwas Lebendem zu tun hatte, zumindest bewusst, oder in nüchternem Zustand.

Dass genau wie Menschen auch Pflanzen nur eine begrenzte Zeit lang wachsen, bis sie ausgewachsen sind, und ihre eigentliche Lebensform erreicht haben, könnte man wissen, ohne dass man dafür tiefere Biologie-Kenntnisse braucht. Ein wenig Biologie- oder zumindest Medizin-Kenntnisse könnte man allerdings dafür brauchen, um zu wissen, dass es durchaus etwas gibt, das unter bestimmten Bedingungen unablässig wächst.

Sogar exponentiell – wie die Wirtschaft das nach Meinung neoliberaler Fanatiker auch tun sollte. Dieses Etwas nennt man Krebs. Dass dies nichts Gutes verheißt, im allgemeinen Verständnis als schwere Krankheit gilt, ist ebenfalls ohne tieferes Wissen, sei es schulmedizinisch oder neumedizinisch geprägt, als Einsicht möglich. Ein stetiges, grenzenloses Wachstum gibt es nur unter ganz bestimmten, vereinfacht ausgedrückt „krankhaften“ Bedingungen.

Unter ebenfalls vereinfacht ausgedrückt „natürlichen“ Bedingungen aber ist jedes Wachstum begrenzt, und auch nur innerhalb natürlicher Grenzen sinnvoll. Um das zu erkennen, reicht eine gesunde, nüchterne (sic!) Auffassungsgabe der Natur. Für Politiker, besonders für Schluckspechte, kann bereits dies aber eine heillose Überforderung darstellen. Dann hilft nur die Flucht aus der Tatsachenrealität in die Unzurechnungsfähigkeit.

Denn mit der Tatsachenrealität kann man den Wachstumskult weder ableiten, noch legitimieren. Dies ist aber ein altbekanntes Muster der modernen, rationalistischen Wissenschaft: Religiöse Wahnvorstellungen, unhinterfragbare Dogmen und Glaubenssätze, werden scheinbar „wissenschaftlich“ hergeleitet, belegt und nachgewiesen. Ein weltanschauliches Wahngebilde erscheint dann plötzlich doch als „vernünftig“. Das ist es auch – im Verständnis des Liberalismus.

Dasselbe Muster kennt man auch aus dem Rassismus. Dort hat es auch seinen unmittelbaren Ursprung, aus dem es zur dialektischen Grundlage des bürgerlichen Liberalismus, also des obrigkeitsstaatlichen und wirtschaftstotalitären Freiheits- und Vernunftverständnisses wurde. „Arbeit macht frei“ lautet das liberale Kerndogma, das aus der sozialdarwinistischen und rassistischen Ursuppe des Liberalismus entsprungen ist.

Auch der Rassismus versuchte und versucht sich „wissenschaftlich“ herzuleiten und zu legitimieren. Dies war die Geburt des Darwinismus, der Infektionstheorie, der Schulmedizin, der Genetik, letztlich der nahezu gesamten Biologie, der Lehre vom Leben. Vom Leben wohlgemerkt, nicht vom Wachstum.

Dieses größenwahnsinnige Moment, das also alles unentwegt wachsen müsse, um am Leben zu bleiben, ist neben der Paranoia, dass sich das Leben in einem immerwährenden Kampf gegen das Böse, das Entartete, das Minderwertige befinde, zentrales Charakteristikum rassistischen Denkens und Erlebens. Auf Gesellschaft, Politik und Wirtschaft übertragen werden sie zum Sozialrassismus oder Sozialdarwinismus.

Nazis, im weitesten und damit deutlichsten Sinne, sind aus eben genau diesem Grund keineswegs nur eine gesellschaftliche Randerscheinung, sondern sie hausen und hausieren in der Mitte der Gesellschaft. Eine Randerscheinung sind solche kleinen Nazisekten wie die NPD, und als das sollte man sie daher auch betrachten und behandeln. Besonders dann, wenn sie mal wieder knapp den Einzug in einen Landtag schaffen.

Eine viel größere Bedrohung ist das grassierende, und nie angetastete strukturell nationalsozialistische, also (sozial-)rassistische und totalitäre Gedankengut der bürgerlich-liberalen Gesellschaft. Nicht nur in medialer Propaganda, sondern auch in den politischen Programmatiken aller großen, bürgerlichen Parteien realisiert sich dieses Gedankengut: Ganz besonders im (neo-)liberalen Arbeits- und Wachstumskult, getragen und verbreitet von zur Prime Time lallenden Saufbrüdern und Schildbürgern, den Polit-Darstellern in den parlamentarischen Manegen.

Der unentwegt verbreitete Arbeits- und Wachstumskult ist das eigentliche Problem, und mit diesen die großen Krypto-Nazi-Parteien, die Parlamente und Ministerien und politische Inhalte und Entscheidungsgewalten besetzt halten. Im Vergleich dazu ist diese mystifizierende Aufblähung einer kleinen Nazisekte lächerlich. Besonders eben angesichts der Tatsache, dass die Parlamente in Deutschland bis zum Bersten voll mit Neonazis sind.

Sie nennen sich bloß anders. Sie nennen sich Sozialdemokraten, Konservative, Liberale, Linke oder Grüne. Aber Arbeit macht trotzdem nicht frei. Und die Scheinheiligkeit der gutbürgerlichen Vorzeige-Demokratoren auch nicht. Als ob deren Demokratie-Surrogat letztendlich freiheitlicher, toleranter und pluralistischer wäre, als das der Neo-Alt-Nazis, nur weil es sich gleich hinter fünf, statt nur einer Machtorganisation verkriecht.

Nein, der Liberalismus und dessen Staatsform ist kein anderes, alternatives System zu einer nationalsozialistischen oder faschistischen Staatsform. Es ist vielmehr nur eine andere Ausformung desselben faschistischen Systems. Es ist nur eine andere Form der Diktatur, mit ihrer eigenen moralistischen Willkür, und eigenen moralistischen Einschränkungen. Toleranz, Pluralität und Freiheitlichkeit entfalten sich hier wie dort nur als Surrogate innerhalb dieser moralistischen Systemgrenzen.

Lediglich das Ausmaß der Willkür, die Subtilität der Einschränkungen, der Ausgrenzungen und Polarisierungen kann sich dabei voneinander unterscheiden. Und natürlich die spezifischen ideologischen Ausprägungen, welche diese totalitären Strukturen rationalisieren. In dem Maße, wie eine strukturell totalitäre Gesellschaftsordnung und deren ideologischen Legitimationen emotionalisiert und moralisiert werden, entlarven sie sich als faschistisch.

Das genaue Gegenteil davon ist eine freiheitliche Gesellschaftsordnung, die sich politisch als Demokratie realisieren kann. In einer freiheitlichen Gesellschaft steht der einzelne Mensch, jeder einzelne Mensch und dessen Autonomie und Stärke gegenüber herrschaftlichen, also unterwerfenden oder überordnenden Bestrebungen und deren moralistischen Willkür, im Mittelpunkt der Gesellschaft, deren Moralität und Rechtsordnung.

Dementsprechend gibt es in einer derart freiheitlichen Gesellschaft keinen psychisch-kognitiven, geistig-moralischen Raum, keinen Nährboden für strukturellen „Nazismus“ oder „Faschismus“. Also für rassistisches, sozialdarwinistisches, masochistisches, funktionalistisches, totalitäres Denken. In einer solchen, echten Demokratie bliebe eine kleine Nazisekte wie die NPD, als politische Partei und Programmatik, gerade deswegen unbehelligt, uneingeschränkt und unschikaniert, und würde genau daran zugrunde gehen.

Denn eine freiheitliche Gesellschaft bietet Alt-, Neo- und Krypto-Nazis, von Rechts bis Links, von Schwarz bis Gelb, von Braun bis Rot, von Grün bis Weiß, kein Futter. Keine Repressionen und Schikanen, die sich mit sozialrassistischer Gegengewalt kompensieren. Genau dies passiert aber im liberalen Parteienstaat, in dem von bürgerlichen Parteien besetzten Obrigkeitsstaat.

Obwohl selbst hier der Verfassungsschutz mithelfen muss. Denn ohne den würde man die NPD vielleicht schon heute nur noch aus Geschichtsbüchern kennen. Stattdessen ist Horden von Vorzeige-Demokratoren ein einfaches Feindbild geboten und geblieben, mit dem man seine Ohnmacht gegenüber der Parteiendiktatur durch Repression gegen Schwächere kompensieren und damit diese Parteiendiktatur mitverwirklichen kann.

Zusätzlich zu einem Feindbild erhält man damit nebenbei auch noch Märtyrer. Glückwunsch. Und die großen Nazis, die echten Neo-Nazis, die gutbürgerlichen Arbeit-macht-frei-Parteien, die sich wie Parasiten in den Parlamenten dieses Landes eingenistet haben, lachen sich doch heimlich und still ins Fäustchen. Auch so funktioniert Diktatur. In der nachkriegsliberalen, Führerlosen Variante.

Wo alle guten, politisch korrekten Vorzeige-Demokratoren selbstverständlich gegen Nazis sind, wo sich auch jeder Nazi-Vergleich selbstredend verbietet, wo aber trotz alledem Arbeit immer noch frei macht. Man spricht nur nicht drüber. Man arbeitet halt lieber. Und sieht, hört und weiß nichts. Wie gehabt. Am deutschen Wesen wird die Welt genesen. Obwohl es heißt, Krebs sei eine Krankheit. Nun denn, dann spart sich die Gesellschaft halt den Arsch ab und kann sehen, was dabei dann noch wächst. Ein kleiner Tipp: Die Wirtschaft wird es nicht sein.

Aber vielleicht die gute alte Diktatur. Fehlt vielleicht doch nur noch ein geeigneter Führer, der uns den zukünftigen Polizeistaat als politische Wellness-Oase verkaufen kann. Natürlich glaubt der brave deutsche Untertan dies bedingungslos. Und im Zweifelsfall hat er halt einfach nichts gesehen, nichts gehört, nichts gewusst. Kann ja mal passieren – im Schildbürgerland.

 

Alternativ- bzw. längere Version: Schluckspecht Reloaded - Der neoliberale Wachstumskult ist ein rassistischer Glaubenswahn

 

 

 


 

 

 

 

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